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	<title>SURFHUND - Surf Magazin &#187; Surfen &amp; Mehr</title>
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	<description>Online Surf Magazin &#38; Weblog für Surfing und Fashion in der Alpenregion</description>
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		<title>Reisebericht: Sri Lanka &#8211; Feb 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 05:20:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sri Lanka
Vor ein paar Monaten befanden wir uns auf der Suche nach einer neuen Surf Destination für Februar. Nach einigen Überlegungen kamen wir auf Sri Lanka. Nicht allzu weit entfernt, warmes Wasser und die von uns gewählte Jahreszeit versprach gute Wellen. Durch ein paar Empfehlungen und Google stießen wir aufs Wavefactory Surfcamp im Süden Sri [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4344" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4344" href="http://surfhund.at/reisebericht-sri-lanka/sri-lanka-karte"><img class="size-full wp-image-4344" title="sri lanka karte" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/03/sri-lanka_karte.jpg" alt="Sri Lanka" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sri Lanka</p></div>
<p>Vor ein paar Monaten befanden wir uns auf der Suche nach einer neuen Surf Destination für Februar. Nach einigen Überlegungen kamen wir auf Sri Lanka. Nicht allzu weit entfernt, warmes Wasser und die von uns gewählte Jahreszeit versprach gute Wellen. Durch ein paar Empfehlungen und Google stießen wir aufs Wavefactory Surfcamp im Süden Sri Lankas. Ein paar Emails später war der Trip gebucht und wir schwerstens motiviert.</p>
<p>Nach 10 Stunden Flugzeit landeten wir in der Hauptstadt Colombo. Es gibt mehrere Fluglinien, die Colombo direkt oder mit Zwischenstopp anfliegen. Am Flughafen wartete schon der vom Camp organisierte Taxifahrer. Die Fahrt dauerte je nach Verkehr ca. 3 – 5 Stunden und kostet um die 50 Euro. (Es ist ratsam, am Flughafen gleich nach der Ankunft Geld zu wechseln oder den ATM aufzusuchen.)</p>
<p>Bereits auf der Fahrt sieht man viel vom Land, dessen Einwohnern und Gewohnheiten. Die Stadt schien nicht enden zu wollen; unsere Nerven wurden durch die großen überholenden Busse (die keine Bremsen zu besitzen schienen), Kamikaze Tuk Tuk Fahrern und selbstmordgefährdeten heiligen Kühen auf die Probe gestellt.</p>
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</div>
<p>Nach einiger Zeit kamen wir an die Küste und die Fahrt wurde wesentlich entspannter. Die Gegend um uns wurde immer schöner und exotischer und als wir kurz bei einem Straßenstand anhielten, um unsere erste Kokosnussmilch zu schlürfen, realisierten wir, dass das Paradies nicht mehr weit entfernt sein kann.</p>
<p>Endlich angekommen, wurden wir herzlichst von Senka und Andre (den Besitzern des Camps) empfangen.</p>
<p>Das Münchner Ehepaar, das schon um die halbe Welt gesurft ist, ließ sich vor 4 Jahren an diesem idyllischen Plätzchen nieder. Andre arbeitete schon zuvor mehrere Jahre als Surfguide und Snowboardlehrer. Durch den Drang, sich etwas Eigenes aufzubauen und die Unterstützung von Sudden Rush, gelang es Senka und Andre, sich auf ihrer Lieblingsinsel ein neues Zuhause zu schaffen. Durch unzählige Flüge brachten sie die diversen Surfschoolboards in das von Surfshops noch unerschlossene Land. Ab diesem Zeitpunkt war das Wavefactory Surfcamp von November bis Ende März für alle Surfhungrigen und die, die es noch werden wollen, geöffnet.</p>
<p>Andre versteht es wirklich, den Gästen die Freude und den Lifestyle des Surfens zu vermitteln. Sein Wissen, seine ruhige und ermutigende Art gibt einem auch in größeren Wellen ein sicheres Gefühl. Senka kümmert sich liebevoll um das Wohlergehen der Gäste. Von Büroarbeiten, Surffotographien, verarzten verschiedenster Weh-wehchen der Camper oder Sightseeing Tipps hat sie alles in ihrem Repertoire und hat uns Mädels auch ab und zu ins Line up begleitet. Die beiden ergänzen sich bestens in ihrer Rolle und geben dem Camp dadurch einen familiären Touch. Im Camp finden bis zu 10 Leute Platz, die gemütliche Atmosphäre garantiert einen entspannten Urlaub.</p>
<p>Von der Veranda der Bungalows aus, sieht man über den Pool und den weißen Sandstrand auf den perfekt laufenden A-Frame Homespot inmitten der Palmenlandschaft, was jedes Surferherz höher schlagen lässt. Die Zimmer sind einfach, aber sehr gemütlich gehalten, jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und WC, und auf der Veranda bieten sich mehrere Sitz- oder Liegegelegenheiten an.</p>
<div id="attachment_4347" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-4347" title="sri-lanka bungalow" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/03/sri-lanka_bungalow.jpg" alt=" " width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Das ausgiebige Frühstück stärkt für die nachfolgenden Sessions, Mittag- und Abendessen können je nach Erkundungslaune auch auswärts eingenommen werden.</p>
<p>Nach einem gemeinsamen Frühstück teilen sich die Gruppen in Surfguiding oder Surfschool auf.</p>
<p>Für die ersten Surf–Erfahrungen geht&#8217;s mit dem Tuk Tuk nach Weligama, einem nahegelegenen Beach Break. Für uns ging es auf zum Surfguiding.<br />
Andre führte uns während unseres Aufenthalts mit seinem gelben VW Bus zu den verschiedensten Spots, die unsere Augen glänzen ließen. Wir surften easy Beach Breaks, glassy endlos zuscheinende Point-Breaks und wurden von kräftigeren, leicht hohl brechenden Wellen unsanft an unsere Grenzen erinnert. Dank Andre&#8217;s guten Spot Erklärungen war es uns möglich, auch als der stärkste Swell seit 4 Jahren an Sri Lanka&#8217;s Küste prallte, zu surfen und wieder heil an Land zu gelangen. (Unser Adrenalinspiegel schoss allerdings deutlich über den Normalverbrauch hinaus, als wir die Monstersets vom Channel aus an uns vorbeirollen sahen.) Das Line-up teilten wir uns nur mit ein paar Schildkröten, die ab und zu auftauchten. Andre gab uns immer wieder hilfreiche Tipps oder verfolgte uns mit seiner Boardkamera in den Wellen. Somit war es uns möglich, unsere Technik weiter zu verfeinern.</p>
<p>Nachdem wir 6 Tage Surfguiding hatten, erforschten wir, zwar etwas müde, aber noch nicht ganz ausgepowert, was uns die Insel noch so zu bieten hatte. Vorbei an den berühmten Tee- und Kautschukplantagen, bunten Stoffläden, Früchte- und Gewürzmärkten, ging es für Clara und ein paar neugewonnene Freunde aus dem Camp auf Entdeckungsreise in den Dschungel. Als wir gleich zu Beginn mit Spezial-Socken ausgerüstet wurden, machte sich ein mulmiges Gefühl in uns breit. Bei der 3-stündigen Tour auf einem Pfad durch den Dschungel, kamen wir durch unsere attraktiven Socken ganz schön ins Schwitzen. Wahrscheinlich verscheuchten wir durch unsere Anmutigkeit sämtliche Tiere, sodass uns nur mehr ein paar Affen und Rieseneichhörnchen von den Bäumen aus beobachteten. Als wir dann den riesigen Wasserfall freudigst hinaufkletterten, mussten wir schnell den Sinn der Socken erkennen, da der eine oder andere Blutegel über uns herfallen wollte. Schlussendlich wurden wir dann jedoch durch die wunderschöne Aussicht belohnt. Wer wirklich in den Dschungel zu Elefantenherden und Leoparden vordringen möchte, sollte sich 2 – 3 Tage Zeit nehmen, um weiter ins Landesinnere vorstoßen zu können.</p>
<p>Während Clara den Dschungel unsicher machte, gaben sich Miri und Karin einer entspannenden, unvergesslichen Massage im Secret Roots hin. Mit ayurvedischen Ölen wurde der ausgelaugte Körper wieder auf Vordermann gebracht. Von diesem Tag an fand auch Karin eine Alternative, da sie auf Grund ihres Kreuzbandrisses nur eine Surfsession pro Tag machen konnte.</p>
<p>Wer das Treiben der Schildkröten nicht nur aus dem Line up beobachten will, kann auch einen der zahlreichen Tauchspots auschecken. Das von Andre und Senka liebvoll organisierte BBQ am Strand entpuppte sich aber bald als Warm-Up für den bevorstehenden Ausgeh- Samstag. Andre entfache das von ihm aufgetürmte Zimtholz und packte seine Gitarre aus, während Senka die Arrak Flaschen auf den Tisch stellte. Somit endete der Abend in einer feucht fröhlichen Arrak Attack. Sogar Karin humpelte mit ihrem Zimtstangenstock ums Feuer. Schwerst motiviert stürzten wir uns auf Andre&#8217;s Empfehlungen hin am darauffolgenden Samstag in das Nachtleben von Unawatuna und mischten uns unter die Locals. So tanzten wir im Crazy Banana zu schlechter Techno-Musik (Arrak macht’s möglich) mit unseren Tuk Tuk Fahrern bis tief in die Nacht hinein. Nun kamen wir auch endlich in den Genuss, den ganzen Tag im Camp zu chillen und im Pool zu plantschen. Da es für uns alle ein gelungener Urlaub war, ist unser nächster Wavefactory Surfcamp Urlaub in Sri Lanka schon so gut wie gebucht – We&#8217;ll be back!!!</p>
<p><em>Clara Zeiszig, Karin Hösli, Miriam Pfnür</em></p>
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		<title>Die Geschichte eines Vollherz-Maedchens</title>
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		<pubDate>Mon, 03 May 2010 06:46:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Angelika Sagorz
Schwer fielen Krokodilstraenen aus Maedchenaugen auf sandweissen Strand.  Noch immer. Schon wieder. Wie lange sass sie wohl jetzt schon da und heulte? Abermals liess sie ihren Blick zum Mond empor schweifen, den sie verschwommen als hellsten beinahe kreisrunden Lichtpunkt am Himmel wahrnahm, noch nicht ganz voll, aber dennoch bereits fuellig gelb. Salzwasser tropfte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4914" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4914" href="http://surfhund.at/geschichte-vollherz-maedchens/brasil-surfhund"><img class="size-full wp-image-4914" title="brasil-surfhund" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/brasil-surfhund.jpg" alt="Writer: Angelika Sagorz" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Angelika Sagorz</p></div>
<p>Schwer fielen Krokodilstraenen aus Maedchenaugen auf sandweissen Strand.  Noch immer. Schon wieder. Wie lange sass sie wohl jetzt schon da und heulte? Abermals liess sie ihren Blick zum Mond empor schweifen, den sie verschwommen als hellsten beinahe kreisrunden Lichtpunkt am Himmel wahrnahm, noch nicht ganz voll, aber dennoch bereits fuellig gelb. Salzwasser tropfte die Wange herab. Und nur unweit von ihr entfernt bauschten sich die Traenen des Ozeans zu Wellen auf. Der Klang des Meeres vermischte sich mit der Melodie des Windes, die ihr gemeinsam mit vereinten Kraeften ein trostspendendes Lied sangen. Ein letztes Mal schluchzte sie laut auf, bevor sie von der Mauer sprang, auf der sie es sich vor einer halben Ewigkeit bequem gemacht hatte. Bestimmt hatte die Mauer einen Abdruck auf der Rueckseite ihrer Oberschenkel hinterlassen, dachte sie bei sich als nun die Salzwasserflut in ihren Augen endlich verebbte und sie ungetruebten Blickes  nach ihren gelben Flip Flops im Sand fischten konnte. Leichtes Spiel, sieht man wieder unverklaert! Schnell hatte sie sie gefunden. Normalerweise zaehlte sie sich ja nicht zu den Heultanten, aber heute abend war alles aus dem Ruder gelaufen. Wie eine schlecht prognostizierte Schlechtwetterfront, war unvorhergesehen ein Gewitter hereingebrochen, war unbemerkt zur Tuer des Speisesaals hereingestroemt waehrend sie und ihre Freunde gemeinsam assen und hatte sich unverschoent schonungslos ueber ihren Koepfen ausgebreitet um sich wenig spaeter ueber Nachtmal und Mensch zu entladen. Schlimme Woerter waren gefallen, schrecklich laut ist es geworden, als schliesslich bruellender Donner sich einklinkte. Vergeblich hatte sie waehrend der gesamten Zetterrei nach Blitzlichtern gesucht und einmal glaubte sie wirklich einen aus den Augen Heinrichs  zucken zu sehen, als Bettina mit Hagelkoernern schoss. Und jetzt. Jetzt herrschte zwischen den neugewonnenen Freunden ein wahrnehmbares Tief,  mehr noch hatte sich waehrend des Gewitters ein Asteroid geloest und sich genau auf ihrem Herzen breitgemacht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4919" title="sonne-brasilien" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/sonne-brasilien.jpg" alt="sonne-brasilien" width="550" height="200" /></p>
<p>Immer glaubte sie an das Gute im Menschen. Auch hier. Vor gut einem Monat war sie hier gelandet, nach 2 Jahren Leben in Zentral und Suedamerika, war sie nun schliesslich in diesem kleinen Fischerdoerfchen im Nordosten Brasiliens gestrandet. Hier wuerde sie nun 3 Monate bleiben um kleinen Rotznasen die deutsche und englische Sprache beizubringen. Das Sozialprojekt hatte sie schon lange gekannt, vor Jahren waren Freunde hier gewesen und als sie am Ende der Welt in Ushuaia sass und sie die Nase gestrichen voll hatte  von Schnee und patagonische Windspielereien, die einen beinahe mit sich forttrugen passte man nicht auf, war sie ploetzlich auf den fast schon in Vergessenheit geratenen, zerschmuddelten Kontakt gestossen. Gleich darauf hatte sie den Vertrag in der Hand gehabt und ihren Backpack auf den Schultern. Sie hatte sich von ihrer neuen Liebe verabschiedet, ohne Traenen. Sie hatte schnell „Auf Wiedersehen“ gesagt, und war dann ohne Zurueckzusehen mit Freude einem neuen Abenteuer entgegengegangen. Am Flughafen dann war sie dann doch ein wenig traurig geworden, aber gleichsam wie Wellen ans Ufer gespuelt werden um gleich darauf einer neu anrollenden Platz zu machen, wurde auch diese Traurigkeit von Vorfreude weggewaschen.</p>
<p>Und nun war sie hier. Im Paradies unter brasilianischer Sonne. Sie erwachte mit den ersten Sonnenstrahlen, die durch die morschen Holzbalken des Fensters zu ihrem Zimmer strahlten. Schon um 6 Uhr kuessten sie sie wach und liessen sie nicht eine Sekunde laenger schlafen. Schnell lief sie kurz darauf immer zum Meer und tauchte kopfueber ins Blau. Um halb 8 sass sie am Rad und fuhr gemeinsam mit Bettina,  zur Schule. Ihre Morgenklasse verlief selten wie geplant, aber mittlerweile hatte sie sich den Kindern angepasst und eingesehen, dass es hier wenig Sinn machte strikt und nach Regeln zu unterrichten. Am ersten Tag in der Schule hatte sie sich gedacht, sie wuerde ihren Backpack erst gar nicht auspacken und gleich wieder abreisen. Solche Kinder hatte sie noch nie zuvor erlebt. Luise, eine weitere Lehrerkollegin aus den Staaten, hatte treffend behaupted, dass man diese Kinder in den USA wohl schon laengstens mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom diagnostiziert und mit Pillen stillgelegt haette. An dem Tag in der Schule dachte sie, dass sie nichts dagegen einzuwenden habe, dagegen den temperamentvollen Kindern ein paar Tranquilizern einzufloessen. Mehr noch dachte sie, gleich selbst tatkraeftig zur Apotheke zu schreiten, als sie Von Paulo, einem 11jaehrigen eine geballt bekam, mitten in die Fresse und sie Samira, die Tochter der Koechin vom Tisch holen musste, wobei diese ihr sosehr ins Ohr kreischte, dass sie dachte noch auf der Stelle ihr Gehoer zu verlieren. Gluecklicherweise war ihr Trommelfell aber keine Zimperliese. Jetzt nach einem Monat, hatte sie jeden einzelnen Strizzi ins Herz geschlossen. Sie liebte diese Kinder, denen sie nichts vormachen konnte. Noch bevor sie die Klasse betrat, wussten die Kinder ohne zu fragen, bloss indem sie sie ansahen nicht durch sie hindurch, wie es ihr ging. Sie kannten sie. Sie liebte die Ehrlichkeit dieser Kinder, die unverbluemte Art und Weise offen zu sagen was ist und nicht was waere, auszudruecken was beruehrt und nicht verheimlichen was beschaeftigt und das alles ohne einen schlechten Gedanken. Die Energie der Baelger war schier unerschoepfbar. Die ihrige liess aufgrund der Hitze zu wuenschen uebrig. Besonders am Nachmittag kaempfte sie unter der hohen Luftfeuchtigkeit und den heissen Temperaturen, die ihren Blutdruck in den Keller rauschen liessen. Sie war ja der Meinung, dass sich solche Temperaturen nur schwer mit Arbeit vereinbaren liessen. Taeglich leerte sie viele Liter Wasser und wenn sie oftmals einen Liter Fluessigkeit innerhalb nur weniger Minuten in ihren Koerper kippte, dabei noch vor dem Ventilator in der offenen Halle der Schule stand, lachten die Kinder laut und zogen sie auf, indem sie mit dem Finger auf sie zeigten und Gringa nannten. Sie hatte begonnen die mit Zuckerrohrsaft vermengten ohnehin schon suessen Fruchtsaefte zu trinken, um mit der Energie der Kinder auf gleich halten zu koennen. Die Sonne brannte tagein-tagaus vom Himmel und die Jungs aus ihrer Klasse wollten unbedingt wieder Fussball spielen. Wie bloss dunkelbraunen Augen und Dackelblick aus neun Augenpaaren 7 bis 12 Jaehriger widerstehen? Also war sie Stuermer, fuer knappe 10 minuten, bis sie von Reginaldo ueberrannt und gleich anschliessend von Simon ins Tor verdonnert wurde. Das war ihr nur Recht, aber nach wie vor war es ihr viel zu heiss. Der Torbalken bot nicht genuegend Schutz vor der Sonne. In Gedanken war sie beim Kitesurfen, fuer das es diesen Monat leider noch zu wenig Wind gab. Aber das war auch gut so, die Sache mit dem Windmangel. Sie fuerchtete, gaebe es Wind, wuerde sie bloss abgelenkt werden und haette eventuell andere Flausen im Kopf als bloss das Hilfsprojekt. Eine leichte Brise Wind strich ihr durchs Haar, waehrend der Fussball ihren Kopf nur haarscharf verfehlte und Simon gleich darauf zetterte, ob sie denn eingeschlafen waere oder warum dieses Eiertor nun passiert war.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4923" title="brasilien-maedchen" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/brasilien-maedchen.jpg" alt="brasilien-maedchen" width="550" height="200" /></p>
<p>Die Tage verstrichen. Keiner glich dem Anderen. Immer war der Himmel anders. Einmal blau und einmal Indigo. Manchmal zeichnete jemand Wolken darauf, die wiederum niemals aussahen wie am Tag zuvor, geflockt und bauschig, gestreift und rund, ineinanderverschlungen und einzeln verzierend, guckten sie variantenreich, niemals in bereits dagewesener Form von oben auf sie herab. Ebenso wie das Meer, das oft still war wie ein Seepferd und an anderen Tagen wiederum stuermisch wie ein noch nicht zugerittener Hengst. Manchmal trug es Schaumkronen und manchmal sanfte Wellenlinien. Von Zeit zu Zeit verschlang es sie gleich anfangs gaenzlich und oftmals musste sie meterweit latschen um den Stehbereich ueberquert zu haben. Und genauso war es mit den Kindern, die manchmal schon jammerten, kaum hatte sie ihre Nase zur Tuer des Klassenzimmers hereingestreckt und sie anflehten sie wuerden heute lieber Uno spielen, als etwas lernen, die oftmals schrien und kreischten und unaufmerksam waren, die noch oefters wie wildgewordene Maeuse alles auf den Kopf stellten, was nicht angeschraubt und befestigt war, die sich manchmal beinahe die Koepfe einschlugen und dann aber wieder brav wie Laemmer alles von der Tafel mitschrieben und wissbegierig neue Vokabeln lernen wollten. Immer waren es diesselben Kinder, aber niemals waren sie nur froehlich. Es gab Tage, da sprach ein normalerweise immer lustiges Kind gar nichts. Es gab Tage, da lachte ein sonst eher stilles Kind die ganze Stunde ueber. Es gab Tage, da weinte jemand und Tage da waren alle froehlich. Es gab Tage da reichte nur ein falsches Wort und die Fetzen flogen und Tage, da konnte ein Stern vom Himmel genau in den Garten der Schule fallen und alle haetten gesagt: „Aha, schau mal da draussen parkt ein Stern.“</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4922" title="boote-brasilien" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/boote-brasilien.jpg" alt="boote-brasilien" width="550" height="200" /></p>
<p>Und so blieb es spannend. So blieben die Tage abwechslungsreich und aufregend. So fuehlte sie sich lebendig und nicht gelangweilt, gefordert und staendig lernte sie selbst dazu. Gestern zum Beispiel wurde sie von Linus, so nannte sie einen ihrer Schueler, da er sie aufgrund seiner etwas langsamen Auffassungsgabe und seinem lustigen verdattertem Blick an den Charakter aus dem Snoopy Comic erinnerte, ueber brasiliansichen Fussball aufgeklaert. Mit grossen Augen hatte dieser sie gefragt, was denn ihr Lieblingsfussballteam waere. Leider reichte ihr Portugisisch nicht aus um ihm zu sagen:“ Junge, ich hab nicht mal Ahnung vom osterreichischen Fussball und schon gar nicht kenn ich mich im brasiliansichen aus.“ Und so sagte sie einfach „Carramba, die mag ich am Liebsten.“ Linus blinzelte kurz unglaeubig und meinte dann, dass sie zukuenftig besser Fan vom Team Flamengo sein sollte. Gut, so war sie also nun Flamengo Anhaengerin und erntete von den Jungs in der Klasse zustimmendes Nicken.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4921" title="brasilien-kinder" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/brasilien-kinder.jpg" alt="brasilien-kinder" width="550" height="200" /></p>
<p>Der Wind hatte zugenommen und erleichtert atmete sie die kuehle Meeresbrise ein. Sie spazierte an vier Gestalten vorbei, die am naechtlichen Strand Capoeira, eine brasilianische Tanzkampfsportart, praktizierten und dann war sie wieder alleine. Nur der Mond liess sie nicht sein in ihrer Einsamkeit und verfolgte sie. Es gab ihn gleich zweimal. Am Himmel und als Spiegelbild im Sand, zogen sich die Wellen wieder zurueck ins Meer. Beinahe schien es, als wuerde sie den Mond links unterm Arm tragen, er wich ihr nicht von der Seite. Sie dachte nach, wie alles gekommen war. Sie erinnterte sich, wie gleich am 4.ten Tag ihrer Ankunft im Fischerdorf vier Katzenbabys ueber die Mauer des Lehrerhauses, geworfen wurden, in der Annahme, die  Gringos wuerden schon auf sie achtgeben. Und tatsaechlich hatte sie nicht wegsehen koennen und hatte sich aufopfernd 3 Wochen lang um die Kaetzchen gekuemmert. Sie hatte ihnen mittels einer Pipette 4 bis 5 mal am Tag Futter eingefloesst und das obwohl sie Katzen eigentlich gar nicht wirklich mochte. Tiere im Allgemeinen beruehrten sie normalerweise nicht sonderlich. Und dann ganz unbemerkt, war sie in ein weiteres Sozialprojekt geschlittert, das allerdings heute ein nicht vorhersehbares Ende fand. Unangekuendigt und ohne sie in Kenntnis zu setzen, hatte Heinrich einfach einen Tierarzt beordert um die Kaetzchen einzuschlaefern zu lassen. Sie haetten nur gelitten und waeren ohnehin bald gestorben. Sie verstand die Welt nicht mehr, war doch er der erste gewesen, der gemeint hatte man koenne die Katzenbabys doch nicht einfach sterben lassen und nun spielte er Gott und entschied einfach ueber Leben und Tod. Und das Traurige an der ganzen Sache war, dass sie wusste, dass sie die Katzen haette durchbringen koennen. Sie lief weiter den Strand entlang, nun schneller, beinahe so als wollte sie den Mond abschuetteln, der sie allerdings im Dunkeln niemals alleine haette lassen. „Danke, das du da bist!“, fluesterte sie leise und dann etwas lauter:“ Bitte, pass gut auf die Katzen auf!“ Doch dann ueberlegte sie es sich und sie sprach:“ Ich wuensche mir, dass die Katzen noch heute Nacht als saemtlichen Insektensprays zu trotzen gewussten, immunisierten Kaeferchen reinkarniert werden und dem Heinrich mal so richtig in den Po beissen.“ Dabei musste sie lachen und da wusste sie, dass alles wieder gut werden wuerde. Sie spuerte den Sinn dieser schier unmenschlichen Ungerechtigkeit und liess die Trauer mit der naechsten Welle, die ihre Fuesse umspuelte, forttragen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4920" title="strand-brasilien" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/05/strand-brasilien.jpg" alt="strand-brasilien" width="550" height="200" /></p>
<p>Mit einem Laecheln machte sie sich auf den Rueckweg. Den Asteroiden auf ihrem Herzen hatte sie dem Mond mitgegeben und der Schwere in der Brust war kindliche Leichtigkeit und Trommelwirbel gewichen. Und als sie wenig spaeter auf Marcio und dessen Freunde traf, die ihr versprochen hatten, sobald es Wind gaebe, ihr das Kitesurfen beizubringen, war auch die letzte Schwermuetigkeit verflogen. Der Hunger kehrte  zurueck und sie nahm die Einladung gerne an am naechtlichen Fischpicknick teilzunehmen. Lange sassen sie beisammen. Das Feuer ging langsam aus. Die letzte Limone wurde in den Caipirinha gepresst und ein letztes Mal wurde Bob Marleys „No women, no cry“ auf der Gitarre zum Besten gegeben. Und dann war es still, nur das Meer sprach noch und der Mond schien noch gleich hell als in den Stunden zuvor. Und bevor sie schliesslich in der Haengematte mit einem „I love life“ Gefuehl einschlief, fluesterte ihr noch schnell der Wind ins Ohr, dass er morgen fuer sie zur Kitestunde wehen wuerde.</p>
<p><strong>Writer: Angelika Sagorz</strong><br />
<em><strong> Land: 9433 &#8211; Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Bali Surftrip</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 10:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Kerstin Kofler
Seit Äonen oder dem vielgerühmten Anbeginn der Zeit, mindestens aber seit 1991 und dem Filmstart von „Gefährliche Brandung“ mit Neo und dem nicht tanzenden Patrick Swayze steht Surfen auf einem unerschütterlichen Fels der Coolness. Chillig. Flow. Relax. Yeah. In den Girly-Magazinen meiner Jugend (damaaals…) findet sich in der Auflösung des Psychotests „Welcher Boy [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4883" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4883" href="http://surfhund.at/bali-surftrip/surfverletzung"><img class="size-full wp-image-4883" title="surfverletzung" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfverletzung.jpg" alt="Writer: Kerstin Kofler" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Kerstin Kofler</p></div>
<p>Seit Äonen oder dem vielgerühmten Anbeginn der Zeit, mindestens aber seit 1991 und dem Filmstart von „Gefährliche Brandung“ mit Neo und dem nicht tanzenden Patrick Swayze steht Surfen auf einem unerschütterlichen Fels der Coolness. Chillig. Flow. Relax. Yeah. In den Girly-Magazinen meiner Jugend (damaaals…) findet sich in der Auflösung des Psychotests „Welcher Boy passt zu dir“ neben altgedienten Stereotypen wie Softie, Gangsta, Partyboy und Klassenclown auch der braungebrannte, blondgelockte, muskulöse Surferboy. Für den Hauch Exotik sorgt die blauen Wellen im Hintergrund. An selbigen fehlt’s einem natürlich, wenn man nicht an den Stränden dieser Welt, sondern in einem langweiligen Städtchen im Süden Österreichs aufwächst. Verzaubert vom Mythos spart man sich aber jeden Cent vom Mund ab und fliegt nach 20 qualvollen Jahren Seewasser endlich gen tropisches Wellenparadies. Wer hier jetzt was von einem sensationellen Surf-Talent lesen will, kann gleich aufhören. Jetzt kommt, wie ich das Surfboard vergewaltigte. Oder umgekehrt. Und los!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4885" title="surfkurs" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfkurs.jpg" alt="surfkurs" width="550" height="200" /></p>
<p>Bali ist sensationell, und wer schon mal dort war und kein australischer Pauschaltourist ist, wird dem wohl zustimmen. Bali’s Surfschulen sind zahlreich und werden von ewig lächelnden Balinesen betrieben, die einem nach Anmeldung einen eierschalefarbenen Calimero-Helm aufs Köpfchen knallen. Womit sämtliche soeben gepriesene Coolness passé ist, weil es sich eben nicht um einen Sombrero handelt. Als würde sich das hedonistische Gemüt dadurch nicht bereits geprügelt genug fühlen, bekommen auch noch alle Anwesenden einheitliche Board-Shorts und Sleeves um endgültig das Pfadfinder-Feeling aufflackern zu lassen. Lektion 1: Leg dich aufs 100m lange Board und lass dich von der Welle wieder an Land spülen. Juhu, das klappt! Stolz durchströmt alle 167 Längen-Zentimeter des Körpers, nur eingebremst durch die außerordentlich mühsame Anstrengung, mit den kurzen Beinchen gegen die Strömung anzukämpfen, um wieder auf die erforderliche Tiefe zu kommen. Lektion 2: Aufstehen. If you don’t make it, you won’t pay for it. Haha! Mit dem diabolischem Plan im Kopf, mich eine Woche lang dumm zu stellen und quasi heimlich und vor allem gratis surfen zu lernen, war’s vorbei, als mich der Ehrgeiz gepackt hat. Nach 2 Litern Wasser im Magen und der sensationellen Erkenntnis, dass der Helm zwar ein optischer Supergau, aber deutlich stoßsicherer als z.B. ein Sombrero ist, kann ich wahrhaft behaupten: ich stand. Am Surfboard. Im Wasser. Und nur, weil’s white water war, heißt das nicht, dass es keine Welle war. Es war eine Welle – und ich hab sie gesurft. Von glänzender Motivation gepackt, werf’ ich mich sogleich in die knietiefen Fluten und versuche vergebens bauchnabeltief zu kommen. Kralle mich äffchengleich mit den Zehen im Boden fest, was nix bringt, weil Sand nun mal eine ziemlich bewegliche Materie is’. Naja. Irgendwann bekommt einer der Surf-Guides Mitleid, grinst mich an und erklärt mit Händen und Füßen ich solle mein Kanu besteigen damit er mich hinausschieben kann. So Schlepplift-mäßig. Da ich als Österreicherin selbstverständlich dem Winter(board)sport fröne und die gelebte Faulheit aus vergangenen Wintern kenne, lass’ ich mich eben chauffieren. Allerdings stellt der Arbeitsfaktor Mensch stets ein nicht berechenbares Risiko dar, in meinem Fall durch die Fehleinschätzung einer Wellenhöhe. Während mein Surfboard zwar durch sanften Druck auf das Hinterteil recht schnell, dennoch lässig das Wasserhindernis überwindet, befindet sich mein Körper plötzlich und ohne Vorwarnung in der Luft. Zwar nur zehn Zentimeter, also nix mit „Oooh, schau mal, die Menschen sind so winzig klein!“ oder „Erster ohne Hilfsmittel fliegender Mensch der Geschichte!“ aber immerhin. Ich musste ja, Newton sei’s gedankt, wieder landen. Auf meinem Surfboard. Das in der Zwischenzeit aber 20 Zentimeter Weg zurückgelegt hatte, wodurch mein großer Zehennagel Bekanntschaft mit der Kanu-Kante schloss. Dürfte ihm nicht so zugesagt haben, vor lauter Schreck hat er nämlich beschlossen, mich mit einer Fleischwunde allein in Legian im Meer zu lassen, um sich allein auf die Suche nach neuen Abenteuern zu begeben. Au.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4884" title="surfcamp" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfcamp.jpg" alt="surfcamp" width="550" height="200" /></p>
<p>Was dann kam war viel Zeichensprache, in der ich auch noch beeinträchtig war, weil mir ein Fuß zum gestikulieren fehlte. Das Blut hat allerdings seine eigene Sprache gesprochen. Aufgeregte Balinesen hüpften um mich rum, was mich ziemlich neidisch gemacht hat. Wollte auch hüpfen. Nach einem viertelstündigen Balztanz schafften sie es tatsächlich, mich im noch wahnwitzigeren Fahrstil als sonst in eine Ambulation zu chauffieren. Dort ging das einseitige balinesische Rumgehopse munter weiter, bis mein Zeh zugespritzt, betäubt und eingemummt die Praxis verlassen durfte, und ich hinterher. Wer glaubt, dass dies noch vorm Anfang das Ende eines phantastischen neuen Lebensstils ist, der irrt. Natürlich hab ich mich bemitleiden lassen, meinen Schmerz in Unmengen Storm Beer ertränkt, das Füßchen in mehrere, in Bali gottlob zahlreich vorhandene, heilige Quellen getaucht und am Ende stand ich sogar am Malibu. Und durfte fühlen, dass das geilste, schönste, sensationellste Gefühl der Welt jener Moment ist, in dem du eine Welle anpaddelst und merkst, dass sie dich hat. Aber das ist eine andere Geschichte, für den nächsten Contest… <img src='http://surfhund.at/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><strong>Writer: Kerstin Kofler</strong><br />
<em><strong> Land: 1200 &#8211; Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Nur die Welle zählt</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 09:02:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Jeanette Fuchs
Man sagt &#8216;Du bekommst deine erste Welle und nichts ist mehr wie zuvor&#8217;. Vor mir tost die schaumige Brandung, ‚Swell’ würde das der versierte Surfer nennen. Ich stecke in einer glatten Hülle aus Neopren, die den Wind von meiner Haut abhält und habe plötzlich eine klare Vorstellung, was dieser Satz bedeuten könnte.
Ich spüre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4861" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4861" href="http://surfhund.at/nur-die-welle-zaehlt/writers-contest-jeanette-fuchs-vorschau"><img class="size-full wp-image-4861" title="writers-contest_jeanette-fuchs_vorschau" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_jeanette-fuchs_vorschau.jpg" alt="Writer: Jeanette Fuchs" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Jeanette Fuchs</p></div>
<p>Man sagt &#8216;Du bekommst deine erste Welle und nichts ist mehr wie zuvor&#8217;. Vor mir tost die schaumige Brandung, ‚Swell’ würde das der versierte Surfer nennen. Ich stecke in einer glatten Hülle aus Neopren, die den Wind von meiner Haut abhält und habe plötzlich eine klare Vorstellung, was dieser Satz bedeuten könnte.</p>
<p>Ich spüre die Kräfte des Atlantiks, die frische Meeresbrise peitscht in mein Gesicht und macht mir klar, dass das hier nicht die Adria ist. Hier ist die Brandung der Kämpfer, hier stellt man sich den Naturgewalten. Schwimmen, Sonnenschirmreihen? Fehlanzeige. Hinten in den Dünen haben wir unser Lager aufgebaut. Da liegen keine ausgebreiteten Strandtücher, höchstens ein paar achtlos in den Sand geworfene Rucksäcke, Zinkcreme und Surfwachs und der Erste-Hilfe-Beutel der Surfcrew. Erste Hilfe? Braucht man die? Ein Blick auf die Wellen, die sich breit und mächtig am Horizont aufbauen, geben die klare Antwort auf diese vorsichtige Frage. Es wird erzählt, erst letzte Woche hätte sich jemand mit der eigenen Finne fast den Kopf halbiert. Eine aufgeblasene Story, die im Camp seit Tagen herumgeistert, wahrscheinlich nur eine Platzwunde, aber nicht einmal die möchte ich haben.</p>
<p>Angst und Ehrfurcht machen sich breit, als der Ausläufer einer kalten Woge meine nackten Füße, die noch nichts ahnend im Sand stecken, umspült. Komischerweise denke ich an Kate Winslet und die sinkende Titanic. Ich mache drei oder vier Schritte, stehe nun bis zu den Knien im unruhigen Wasser. Ich spüre, wie es sich seinen Weg zwischen Neopren und Haut bahnt, ganz langsam von den Knöcheln nach oben und später auch die Arme entlang. Ein dünner salziger Film, der sich durch die eigene Körpertemperatur erwärmt und den Körper vor dem Auskühlen bewahren soll. Ohne Anzug geht hier keiner rein.</p>
<p>Ich gehe weiter, stehe jetzt fast bis zur Hüfte im Ozean, aufgewühlte Algen färben ihn beängstigend dunkel. Zwischen heranrollenden, schaumigen Wellen – Weißwasserwalze nennt sich das im Surfjargon, so viel weiß ich schon &#8211; sehe ich eine große, dunkle Dunstwolke am Horizont aufziehen, die das dreidimensionale Bild von Himmel und Meer verzerrt. Ich schwanke, verliere etwas das Gleichgewicht, meine Zehen tasten nach dem Untergrund. Ich konzentriere mich wieder auf mich, das Board und das, was unmittelbar um mich passiert.</p>
<p>Es ist Juni, so etwas wie Sommer in Portugal. Die Mischung aus rauhem Irland und einem Hauch Karibik hat etwas Skurriles. Ich frage mich, ob es vielleicht besser gewesen wäre, auf Hawaii oder Bali Wellenreiten zu lernen. In einer lässigen Surfshort würde ich mich wahrscheinlich gerade bei 30 Grad auf gemächlichen Wellen mit Badewassertemperatur auf einem Surfboard räkeln. Doch es hat mich nach Peniche verschlagen, ein Örtchen nördlich von Lissabon, von dem ich zuvor noch nie gehört habe, von dem unberührten Fleckchen namens Baleal noch viel weniger. Wer hier vorbeikommt, hat irgendetwas mit dem Surfen zu tun oder tut zumindest so als ob. Selbst die alte Frau aus dem Fischrestaurant trägt ein Ripcurl-Shirt und an der Wand prangt ein Poster von Kelly Slater und wer es wirklich ernst meint, lässt sich hier von Meister-Shaper Gero sein persönliches Board anfertigen. Haute Couture für den Ritt auf den Wellen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4868" title="wellensurfen" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/wellensurfen.jpg" alt="wellensurfen" width="550" height="200" /></p>
<p>Die nächste Weißwasserwalze erfasst mich. Mein Gesicht ist nass, meine Haare auch und ich spüre, wie ein kleiner Salzwasserbach unter dem Anzug über den Hals hinunter zum Bauch läuft. Ich kann nicht beurteilen, ob mein Herz schneller oder langsamer schlägt als sonst, ich weiß nur, dass irgendetwas anders ist. Ich denke über nichts mehr nach, fast wie versteinert betrachte ich die feine Linie zwischen Himmel und Wasser, das Board schwimmt dicht neben mir auf der Oberfläche, die Leash bewegt sich im Wasser wie ein hyperaktiver Aal, der sich an meinem linken Knöchel festgebissen hat.</p>
<p>Im Geiste gehe ich die Schritte des Take-Offs durch. Der magische Moment, bei dem man sich vom Board erhebt und zumindest für Sekunden in eine andere Dimension übergeht, die Welt vergisst, abhebt und eine Überdosis Endorphine den Körper überschwemmt. ‚Stoked’ wie der Surfer sagt. ‚Wisst ihr was Surfen ist?’ hat Mikey, unser Surfcoach gefragt. ‚Paddeln. Paddeln und nochmals Paddeln. Ich werdet mehr Zeit mit dem Rauspaddeln verbringen als surfend auf einer Welle.’ Wir sitzen kreisförmig im Sand und schweigen. Will man das? Macht das überhaupt Spaß? Wie wär’s mit Tennis oder warum nicht Golfen? Mikey fährt fort: ‚Doch die vielleicht 15 oder, wenn ihr Glück habt, 20 Sekunden auf der Welle, ihr könnt es mir glauben, sind jede Mühe wert!’</p>
<p>Ok, wir haben es hier mit Vollblutsurfern zu tun. Typen, die sich für nichts anderes als Surfen interessieren, die Autos nur dazu haben, um ihre Boards artgerecht zu transportieren, alte Pick-up’s oder rostige VW-Busse. Ich gehe stark davon aus, dass der polierte Bentley, den ich letztes Jahr mit professionell aufgeschnallten Surfboards durch Manhattan Beach fahren sah, eine globale Ausnahme war. Ein echter Surfer lebt spartanisch, überall ist Sand, auf dem Boden, auf dem Sofa und im Bett (sagt man <img src='http://surfhund.at/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> . Er läuft drei Jahre auf ein und denselben abgetretenen Flip-Flops und wäre er im Besitz eines Schrankes, würde man darin mehr Outfits aus Neopren als aus Baumwolle finden. Manchmal holt er sich einen neuen Kick, vielleicht beim Fallschirmspringen. Jegliches anderes Verlangen wird ausgeblendet. Keine Villa, keine Luxusgüter, keine Altersvorsorge. Er vergisst selbst die Frau seines Lebens für die eine Welle. Das ist kein Klischee, das ist ein Naturgesetz. Wer „The Surf“ von Daniel Duane gelesen hat, weiß das.</p>
<p>Langsam wird es ernst. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Mit Schwung ziehe ich mich auf mein Board und klammere mich daran fest. Ich bin angespannt und fühle mich ausgeliefert. Atlantik, sei nett zu mir! Paddeln, paddeln, paddeln. Ich fühle mich frei, vergesse mein gesamtes Leben, den Alltag, der nun weit hinter mir zu liegen scheint. Dabei fällt mir ein Satz aus dem Buch ein: <em>‚Es bedeutet zwar eine Erleichterung, das Leben zu entdecken, das man am liebsten leben will, aber man bekommt auch Angst, wenn man die Bedürfnisse der Seele erkennt &#8211; wie soll man sie dann noch verleugnen können?’</em></p>
<p>Der Atlantik macht es einem wahrhaft nicht leicht, das Line-up, die imaginäre Linie hinter den brechenden Wellen zu erreichen, schon gar nicht an einem Tag wie diesem. Es kostet mich Kraft und Überwindung, durch laute und unberechenbare Wassermassen, die in sich zusammenstürzen, hindurch zu tauchen. Unter Wasser habe ich das Trockentraining vor Augen, bei dem Mikey die Wirkung verschiedener Wellen mit Sandburgen und das Surfboard mit einem kaputten Muschelstück simulierte. Irgendwann sitze ich erschöpft und leicht zitternd auf meinem Board und überlege auf welche Weise ein Hai wohl meine baumelnden Beine im Wasser wahrnehmen könnte.</p>
<p>Ich bin stolz dass ich es bis hierher geschafft habe, aber Angst und Ehrfurcht sind hier draußen immer noch meine einzigen Begleiter. Unter mir spüre ich die Kraft großer, weitläufiger Wogen, die mich auf und abschaukeln. Mein Geist ist völlig frei und meine Gedanken fixieren sich auf die nächste heranrollende Welle, die die meine sein könnte. Ich könnte es schaffen, wenn ich den richtigen Moment nicht verpasse. Ich muss meine verbleibenden Kräfte bündeln und mich mit einem Schwung vom Brett abheben. Es muss schnell gehen. Sehr schnell. Es muss perfekt sein. Nichts als die Welle zählt, du darfst nicht gegen sie ankämpfen, du musst mit ihr atmen und eins mit ihr werden. Angespannt liege ich auf dem Board, die Ellenbogen an meine Rippen gepresst. Ich werfe einen letzten Blick zurück über meine Schulter und sehe, wie sie auf mich zukommt. Ich weiß, in weniger als 15 Sekunden ist nichts mehr wie es war.</p>
<p><strong>Writer: Jeanette Fuchs</strong><br />
<em><strong> Land: 5020 &#8211; Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Passion driven&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 09:04:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Roman Königshofer
Costa Rica &#38; Panama 2009
8:00h, Montag, 22. März
Spät aber doch finde ich endlich Zeit um über meinen letzten Surftrip zu schreiben. Wie es die meisten von euch kennen, lebt man als Surfer ein wenig von Trip zu Trip und so fand ich erst hier in Marokko etwas Zeit um von meiner letzten Reise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4754" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4754" href="http://surfhund.at/passion-driven/woman"><img class="size-full wp-image-4754" title="woman" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/woman.jpg" alt="Writer: Roman Königshofer" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Roman Königshofer</p></div>
<p><strong>Costa Rica &amp; Panama 2009</strong><em><br />
8:00h, Montag, 22. März</em></p>
<p>Spät aber doch finde ich endlich Zeit um über meinen letzten Surftrip zu schreiben. Wie es die meisten von euch kennen, lebt man als Surfer ein wenig von Trip zu Trip und so fand ich erst hier in Marokko etwas Zeit um von meiner letzten Reise zu berichten. Juli und August 2009 waren also für Panama und ein wenig Costa Rica eingeplant. Wenn man als Österreicher surft, sollte man genauso gerne reisen wie surfen, denn es wird praktisch eins und lässt sich nicht trennen. Perfekt!</p>
[See post to watch Flash video]
<p>Für mich gibt es zwei Arten von Surftrips, den eher gemütlicheren mit der Freundin und den wellenfokusierten mit seinen Buddys. Panama war für mich irgendwie eine gute Mischung aus beiden, d.h. meine Freundin Julia war dabei, die Wellen kamen aber nicht zu kurz. Da Julia aber auch surft, war das sowieso nie ein &#8220;big deal&#8221;. Vor der Reise, als wir noch gar nicht wußten, wo es hingehen sollte, las ich ein Buch, welches mir ein guter Freund empfohlen hatte. &#8220;Die Botschaft des Meeres&#8221; von Sergio Bambaren (“Thoughts by the ocean” lautet der originale Titel). Ein einfaches aber sehr inspirierendes Buch. Mir kam vor, als würde jemand meine Gedanken niederschreiben. Es machte so richtig Lust auf Reisen oder einfach in der Natur zu sein. Es beschäftigt sich mit den einfachen Dingen im Leben und wie wenig man eigentlich braucht um glücklich zu sein. Diese Gedanken wollte ich weitergeben an alle Freunde, Bekannten, meine Eltern usw&#8230; Doch wie nur? Ich kann nicht jedem das Buch schenken und so dachte ich mir, ich nehme es als Inspiration und mache einen kleinen Film über unseren Trip der eine ähnliche Message transportieren sollte.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4773" title="panama" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/panama.jpg" alt="panama" width="550" height="200" /></p>
<div id="attachment_4781" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-4781" title="dschungel-weg" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/dschungel-weg.jpg" alt=" " width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Den Flug buchten wir nur knapp ein Monat davor, da uns die Entscheidung in welches Land es gehen sollte, nicht leicht fiel. Harald und Mara, zwei Freunde von uns, schlossen sich uns für den August an. Bali war (unter anderem) immer wieder im Gespräch. Doch wir entschlossen uns dagegen aus genau zwei Gründen. Erstens wollten wir wohin, wo nicht die Möglichkeit besteht, dass an jeder Ecke Deutsch gesprochen wird und zweitens musste wellentechnisch auch etwas für die Mädels dabei sein. Beide surfen noch nicht lange. Wäre es ein reiner Trip mit Buddys geworden, wären wir wahrscheinlich nach Ostindonesien geflogen um dort die Inseln zu erkunden. Doch die (Traum-)Wellen dort sind noch nichts für unsere Mädels und zwei Monate nur auf Bali wollten wir auch nicht bleiben. Da wir nun aber für ein Monat zu viert waren, dachten wir dass Panama mit seinen Beach- &amp; Reefbreaks besser passen würde und für alle von uns passende Wellen parat hat. Außerdem reist man ja nicht nur wegen der Wellen. Der ganze Prozess des Unterwegs seins, des Erlebens, die Suche nach etwas wo man noch nicht weiß, was es ist, das und vieles mehr ist es, was uns zum Reisen antreibt.</p>
<p>Und so machten wir uns auf den Weg. Der günstigste Flug ging nach Costa Rica. Mit dem Bus nach Panama war der Plan und davor bei den Ticos ein wenig einsurfen. In Jaco besorgten wir uns Boards für den Trip, welche in Dominical zum ersten Mal ins Wasser kamen. Falls jemand in Jaco ein Board kaufen will, empfehle ich Chuck&#8217;s Surf Shop. Chuck ist einer der wenigen kompetenten Verkäufer dort und führt zu 100% originale Boards, was nicht überall in Jaco der Fall ist. Schon 2006 kaufte ich ein Board bei ihm und war rundum zufrieden. Wer ein gebrauchtes bei ihm kauft kann es vorher auch ausprobieren und dann entscheiden.</p>
<div id="attachment_4798" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-4798" title="kinder-meer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/kinder-meer.jpg" alt="kinder-meer" width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Dominical ist ein kleiner ruhiger Ort der alles hat, was das Herz begehrt und vor allem auch super Wellen. Wir blieben circa eine Woche dort hängen. Es war sehr gechillt, super zum Einsurfen und mit dem Filmen konnte ich auch schon beginnen. Da aber Panama das Hauptziel war, fuhren wir bald über die Grenze. Paso Canoas nennt sich der Grenzort, der nicht wirklich viel zu bieten hat. Als wir ankamen, regnete es und bei dem ganzen Dreck und Lacken am Boden war ich echt einmal froh, Schuhe anstatt Flipflops anzuhaben. Der Grenzübergang dauert ein wenig ist aber kein großes Problem. Einen Stempel auf der Costa Rica Seite holen, dann einen auf der Panama Seite, rein in den Bus und ab nach David, der zweitgrößten Stadt Panamas. Dort übernachteten wir in einem Hostel namens Purple House in dem alles schön in violett gehalten war. Sogar die Klobürste war violett, einfach alles! Nett geführt von einer Amerikanerin, die schon länger in Panama wohnt. Es gab eine Art Gästebuch in dem Traveler Tips und Infos über ganz Panama eintragen konnten. Wir fanden eine kleine Surfmap und nahmen eine Kopie mit auf die Reise. Unsere nächsten Stops sollten  El Palmar, Las Tablas, Venao, Sta. Catalina und Bocas del Toro werden. Wir verbrachten also den nächsten Tag großteils im Bus, um in die Gegend El Palmar zu gelangen. In San Carlos machten wir uns dann auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach kurzer Suche landeten wir im El Refugio. Einem Beachhouse von Jay und Russell Slough. Jay, ein 32-jähriger Partysurfer und sein Dad Russell, ein 63-jähriger Soulsurfer, machten auf uns einen sympathischen Eindruck. Der Preis passte auch und so blieben wir vorerst einmal da. Dies stellte sich als super Entscheidung heraus, denn Russell war ein verdammt interessanter Charakter &#8211; vollgeladen mit verrückten Storys. Wir teilten eine ähnliche Lebenseinstellung und diskutieren viel über die verschiedensten Dinge des Lebens. Oft kamen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Mir war sofort klar, dass ich ihn für meinen Film interviewen musste. Irgendwie spürte ich, dass er die Person war nach der ich für meinen Film gesucht hatte. Er erzählte uns jeden Tag neue Geschichten aus seinem Leben wie zum Beispiel, dass er als Undercover Agent arbeitete, wegen Drogenschmuggels im Gefängnis saß, wie sehr er surfen liebt oder wie er Hautkrebs besiegte. Zu der Zeit war es gerade ziemlich Flat und ich sah Russell leider nie surfen. Auch hatte sein Longboard gerade ein fettes Ding. Vom Doktor aus durfte er schon länger nicht mehr ins Wasser weil es für ihn zu gefährlich wäre, meinte dieser. Er hatte schon einen Herzinfarkt und wurde viermal bewußtlos an den Strand gebracht. Doch seine Lebenseinstellung war simple: “It’s not about to die, it’s about to live!“, Russell. Mir war klar, dass er einfach immer wieder rauspaddeln würde. Es ging für ihn gar nicht anders. “Life is about fun!,“ Russell. Er liebt einfach das Leben und das Surfen. Froh war ich, als er mir sagte, dass er mit dem Interview einverstanden sei. Ich glaube, es machte ihn sogar ein wenig stolz. Es war sein erstes Interview. Wir gingen rauf auf seine Terrasse wo er sich am wohlsten fühlte und fingen an zu quatschen. Das ganze funktionierte wunderbar und Russell wurde so etwas wie die Leitfigur durch meinen Film.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4756" title="man" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/man.jpg" alt="man" width="550" height="200" /></p>
<p>Nach circa einer Woche machten wir uns weiter auf den Weg nach Las Tablas. Russell brachte uns zur Bushaltestelle und empfahl uns, unbedingt die in Las Tablas stattfindende Fiesta de la Pollera zu besuchen &#8211; in Fest das dort einmal im Jahr gefeiert wird. Es gab eine große Parade und die Frauen trugen alle eine Pollera Dress, das traditionelle Panama Kleid. Alle Kleider sind handgemacht und es dauert circa ein Jahr bis eines fertig ist. Die Männer feierten, tranken und schauten sich Stierkämpfe an. Julia und ich waren so ziemlich die einzigen &#8220;Gringos&#8221; vor Ort und somit eine weitere Attraktion für die Einheimischen. Überhaupt Julia mit ihren blonden Haaren.  Wir trafen viele nette Leute, wurden auf Drinks eingeladen und hatten einfach eine gute Zeit. Hier konnte ich wieder gute Footage für den Film sammeln. Die Leute hier leben einfach und haben nicht viel, wirkten aber sehr glücklich auf mich.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4755" title="surfing" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfing.jpg" alt="surfing" width="550" height="200" /></p>
<p>Nach Las Tablas ging es weiter nach Venao. Eine sehr gechillte Gegend mit super Wellen. Die ersten wirklich guten Panamawellen hatten wir dort. Ein Beachbreak mit mehreren Points und nie mehr als vielleicht zehn Surfer im Wasser. Sehr fein! Die Gegend ist sehr ruhig, hier gibt es außer Surfen, Yoga,  Fischen und ein wenig Horseriding nicht viel. Surf &#8211; eat &#8211; sleep &#8211; repeat lautet mein Tagesrhythmus. Um Lebensmittel zu kaufen, muss man mit dem Bus 30 Minuten in den nächsten Ort fahren. Oder einfach Autostoppen. Hier stoßen dann Harald und Mara zu uns. Ab nun travelten und surften wir zu viert. Von unserer Unterkunft zum Strand ging man zehn Minuten durch einen kleinen &#8220;Jungle&#8221; und nicht selten wurde man dabei von mehreren Affen beobachtet. Leider holte ich mir hier eine Ohreninfektion, musste also eine Zeit lang Antibiotika schlucken. Noch nie hatte ich solche Schmerzen am Kopf, die wenigsten hatte ich allerdings immer beim Surfen. Für Leute die gerne chillen und außer Natur und Wellen nichts brauchen ist Venao zur Zeit noch &#8220;the place to be&#8221;. Doch die Locals erzählten uns, dass es leider auch hier schon Pläne gibt, in Zukunft fette Hotels zu bauen&#8230; Man kann nur hoffen, dass das noch laaange dauern wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4767" title="ueberlaenge" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/ueberlaenge1.jpg" alt="ueberlaenge" width="550" height="200" /></p>
<div id="attachment_4768" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-4768" title="surfing-hai" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfing-hai.jpg" alt="DANGER!!!" width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text">DANGER!!!</p></div>
<p>Nächtes Ziel war Santa Catalina. Eigentlich ja bekannt in der &#8220;Surfwelt&#8221;. Die berühmteste Welle Panamas bricht hier: La Punta. Uns erwartete ein kleines Dorf bestehend aus ein paar schlichten Häusern, einem &#8220;Supermarkt&#8221; der Reis, Dosenfutter und Wasser hatte und eine richtig gute Pizzeria. Der Surf hier war super. Durch heftige Regenfälle wurde ein kleiner Bach, der ins Meer fließt zu einem reißenden Fluss, der viel Sand ins Meer zog. Diese führte dazu, dass sich hier eine laut Locals noch nie dagewesene Rivermouth Welle formte. Eine ziemlich perfekte Right! Ich surfte diese Welle circa sieben Tage hintereinander und musste sie nur mit den Locals und manchmal ein paar anderen Travelern teilen. Im Lineup kam man sich vor als würde man mitten in einem Surfmovie sitzen. Die Locals gingen extrem ab mit Tubes, fetten Sprays und 360 Arials. Die Takeoff Zone war bei Lowtide durch den felsigen Untergrund ziemlich sketchy. Da sah man schon hin und wieder Steine rausblinzeln, wenn die Welle ansaugte. Jetzt nur kein Wipeout und alles ist gut. Bei Duckdives bitte auch flach halten ansonsten streift man die Felsen so wie es mir ein paar Mal passierte. Wenn man das alles managed, hatte man eine echt lustige, schnelle Welle vor sich. Meine ersten Tubes hatte ich in dieser Welle darum werde ich sie sicher nie vergessen&#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4766" title="surf-tube" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surf-tube.jpg" alt="surf-tube" width="550" height="200" /></p>
<div id="attachment_4786" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-4786" title="wellenreiten-meer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/wellenreiten-meer.jpg" alt=" " width="200" height="150" /><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Hier in Santa Catalina trafen wir auch die zwei Amis Rob und Jeff. Beide kamen aus Orange County und es war echt lustig mit ihnen zu surfen oder einfach nur abzuhängen. Gemeinsam machten wir einen kurzen Boattrip. Von einem Boot aus zur Welle zu paddeln ist schon ein gutes Gefühl. Eine Welle für nur fünf Leute im Wasser und weit und breit nichts! Auch zur Insel Coiba machten wir uns auf, um mit Riesenschildkröten und Whitetip-Reefsharks zu schnorcheln. Ein cooles Erlebnis, mal neben einem eineinhalb Meter Hai zu tauchen! Das war auf jeden Fall eines der Highlights vom Trip. Die gesamte Insel Coiba zählt zum UNESCO Weltnaturerbe, ist ein Nationalpark und wunderschön. Gewisse Vogelarten kommen nur auf dieser Insel vor, die übrigens zu dem Meereskorridor gehört, der weitere Welterbestätten wie die Galapagosinseln und die Kokosinseln miteinander verbindet.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4759" title="wellenreiten" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/wellenreiten1.jpg" alt="wellenreiten" width="550" height="200" /></p>
<p>Nächste Ziel war Bocas. Wir fuhren ohne Swellcheck in der Regenzeit dorthin, was eigentlich keine gute Idee ist. Da unsere Mädels aber auf jeden Fall dort hin wollten, um ein wenig Karibikflair zu genießen, blieb uns sowieso nichts anderes übrig. Die Anreise mit dem Bus und dann mit dem Boot an sich ist schon ein Erlebnis. Busse, die für circa 30 Menschen je 170cm groß gebaut wurden, werden vollgestopft mit 50 Leuten. Wenn man dann noch 190cm groß ist, so wie Hari und ich, und als letzter einen Stehplatz ergattert, kann es schon vorkommen, dass einem nach drei Stunden Fahrt das Genick schmerzt.</p>
<p>Bocas del Toro machte dann trotz seiner touristischen Ambitionen einen sehr netten Eindruck auf uns. Wenn man die Hauptstraße verläßt und ein wenig in die hinteren Gassen spaziert, wird es immer interessanter. Ein paar coole Foto- und Videoaufnahmen entstanden hier. Wellen gab es aber leider keine als wir da waren. Schade. Dann müssen wir wohl im Winter wieder einmal kommen&#8230;</p>
<p>Nach Bocas machten wir uns wieder auf den Weg nach Costa Rica. Da Hari und Mara noch nie in Dominical waren, wollten wir ihnen den Ort zeigen. Somit verbrachten wir die letzten zehn Tage dort. Der Swell war on und ich hatte ein paar der besten Wellen überhaupt. Zehn Fuß Sets waren keine Seltenheit. Natürlich gabs auch Wipeouts und ich holte mir noch eine Rippenprellung, ein super Ausklang für einen Surftrip. Für den Film bekam ich auch noch ein paar schöne Wellen in den Kasten. Schaut euch einfach den Film und die Fotos an, denn Bilder sagen bekanntlich ja mehr als tausend Worte&#8230;</p>
<p><strong>Writer: Roman Königshofer</strong><br />
<em><strong> Land: 8670- Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>An der falschen Adresse</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 14:19:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Angelika Sagorz
 
„O Gott, o Gott, o Gott bitte steh mir bei&#8230;.“ Ich koennte mich ohrfeigen. Verdammte Lonely Planets, Rough Guides und Footprint Guidebooks alltogether!!!! Dank deren hochgelobten Empfehlungen ich sitze jetzt hier und Todesaengste ausstehen muss.
&#8220;Tranquil and beautiful. Good value and very highly recommended”, stand da.
“Fu** that”, fluche ich innerlich!!!!!!!! Ich hocke in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4729" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4729" href="http://surfhund.at/an-der-falschen-adresse/dschungel"><img class="size-full wp-image-4729" title="dschungel" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/dschungel.jpg" alt="dschungel" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Angelika Sagorz</p></div>
<p><em> </em></p>
<p><em>„O Gott, o Gott, o Gott bitte steh mir bei&#8230;.“</em> Ich koennte mich ohrfeigen. Verdammte Lonely Planets, Rough Guides und Footprint Guidebooks alltogether!!!! Dank deren hochgelobten Empfehlungen ich sitze jetzt hier und Todesaengste ausstehen muss.</p>
<p><em>&#8220;Tranquil and beautiful. Good value and very highly recommended”, </em><em>stand da.</em><br />
“Fu** that”, fluche ich innerlich!!!!!!!! Ich hocke in einer Huette, mitten in einem tropischen Sumpf, Brutstaette von x-tausend ekelhaften Viechern mit und ohne und vielen Beinen, die sich fliegend, schwimmend, kriechend, oder huepfend fortbewegen. Jeder Biologe haette hier seinen absoluten Traumurlaub. Seitdem ich mit dem Wassertaxi am Ort des Schreckens angekommen bin, und natuerlich erst nachdem ich Schlaumeier die Unterkunft bezahlt habe, treffe ich egal wo ich hingehe auf die achtfuessigen Monster. Zuerst sitzt ein Megading, so gross wie mein Handteller, auf der Innenseite meiner Kabinentuere, danach sehe ich die Babyversion in der Gemeinschaftsdusche und als ich am Klo zum Toilettenpapier greifen will, bemerke ich im allerletzten Moment den Schatten einer Spinne, der durch das Papier durchscheint.</p>
<p>Ich wette, es gibt hier auch Krokodile. Die wuerden es bestimmt schaffen sich durch den riessigen Spalt im Boden meiner Holzhuette durchzuquetschen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4734" title="danger" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/danger.jpg" alt="danger" width="550" height="200" /></p>
<p>„Grossartig!“ Bei dem Regen koennte ich nicht mal schreiend ins Freie fluechten, da ich vor lauter Panik den Steg verfehlen und geradewegs in den dreckigen <strong>Sumpf</strong> vor meiner Huette rennen wuerde.. mitten ins Verderben.. „What the hell was I thinking????“</p>
<p>Warum ist mir nicht aufgefallen, dass die Moskitonetze nur in Augenhoehe angebracht worden sind und der Rest der Huette aus poroesem Holz zusammgengenagelt worden ist? Gott! Ich sehne mich nach meinem Grindzimmer auf Caye Caulker. Ich habe die Nase gestrichen voll vom Dschungelleben! Ich muss mir eingestehen, dass ich niemals die Vorlage einer weiblichen Indiana Jones Titelheldin wuerde sein koennen.</p>
<p>„Uahhhh, was war das????“ Vor bzw. unter meiner Huette schwimmt was und es hoert sich verdammt gross an. Wieder schiessen mir die Bilder diverser stupider Hollywood-Blockbusterfilme durch den Kopf. Wie hiess der eine Film doch noch gleich, wo J. Lo im Sumpf auf <strong>Schlangenjagd </strong>geht? Aja.. Anaconda. Ja genau, so kann der Ort hier beschrieben werden. Genauso siehts hier aus.</p>
<p>Bei Tageslicht schien mir alles so spannend und abenteuerlich, aber das war bevor es dunkel wurde und das Frosch-, Krokodil- und Schlangenkonzert vor meinem Schlafplatz einsetzt, bevor eine Riesenkroete eine schleimige Spur ueber den Fuss eines anderen Besuchers zieht und bevor einem kleinen Maedchen ein gigantischer <strong>Minisaurier</strong> in den Schoss faellt. Ich wage mich also aufs Klo. Als ich erleichtert zurueckkomme und die Tuere schliesse, kraxelt <strong>Mr. Skorpion</strong> hoechstpersoenlich die Innenwand meiner Holzhuette entlang. Waere ich nicht gerade am WC gewesen, wuerde ich mich jetzt wohl vor lauter Angst in die Hosen machen. „<strong>Ich will hier weg!!!!“</strong> Jetzt fehlt wirklich nur noch, dass eine Schlange schnell vorbeikriecht und mal kurz hallo sagt. Ich bin jetzt mit meinen Nerven am Ende. Ich stehe wie ein chinesischer zum Tode verurteilter Moerder, der jeden Moment aufgrund seiner Tat erschossen wird, mitten im Raum und warte auf meine Hinrichtung durch Schlangen-, Skorpion- und Spinnenbisse.<br />
Der verdammte Skorpion steigt zum 3. Mal durch eine der Ritzen hindurch ins Freie um nach 5 Minuten wieder zurueckzukehren. Warum habe ich ausgerechnet heute <strong>Niemanden</strong>, der die Holzbaracke mit mir teilt??? Ich wuenschte, ich haette Beruhigungstabletten dabei oder zumindest eine Flasche Vodka um mich zu benebeln. Meine Nerven liegen derart auf Blankeis, dass mich sogar der Schatten meines Kugelschreibers erschreckt. Sosehr, dass ich ihn zum Boden fallen lasse, worauf ich erst die fetten, weissen Wuermer bermerke, die anscheinend gerade unter mir im Tuempel brueten&#8230;In Gedanken notiere ich wieder auf meiner „Things I have to do before I die-Liste“&gt;</p>
<p><em>Nr. 1.007.835: Schreibe Guide-Book ueber Places in Zentral-Amerika, die man absolut und definitiv nicht sehen muss mit dem Titel: &#8220;Places to be missed in Central-America&#8221;.</em><br />
<em>Ebenso: Mail Super Lonely Planet, dass es mehr als hilfreich waere zu erwaehnen, dass Maestro Bankomat-Karten in Belize sowie in vielen Teilen Guatemalas nicht funktionieren.</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-4737" title="skorpion" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/skorpion.jpg" alt="skorpion" width="550" height="200" /></em></p>
<p><strong>EEEndlich</strong><strong>&#8230;</strong> Ich hoere Stimmen, das arbeitende Volk trifft ein. Meine Retter, euch schickt der Himmel!!! Ich kann es kaum erwarten aus dieser tropischen Hoelle abzureisen und so schnell wie jetzt habe ich meine sieben Sachen noch nie zuvor gepackt, wohlwissentlich, dass abenteuerlustige Kriechviecher eventuell versuchen werden die Grenzkontrollen der Tierwelt als blinde Passagiere an Board meines Rucksackes zu queren&#8230;.Aber das, das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>Saumuede sitze ich am darauffolgenden Tag in einer kleinen „lancha“ und fahre den Rio Dulce entlang zur Garifuna Stadt <strong>Livingston</strong> und sofort lassen sich wieder die karibbischen Einfluesse erkennen. Auf der Fahrt dorthin sehe ich ein paar Krokodile und bedanke mich schweigend bei ihnen fuer die sicherlich mitverantwortliche Gestaltung der <strong>Horrornacht</strong>. Meinem Hirn fehlen mindestens 6h Schlaf und nachdem ich im Schnelldurchlauf die ohnehin nicht besonders aufregende Stadt erkundschaftet habe, setze ich mich in ein freundliches Lokal und bestelle Banana Bread und Licuado de Pina. Bei der 1,5 stuendigen Rueckfahrt schlafe ich immer wieder total uebermuedet ein um kurz darauf wieder aufzuwachen, da mein Kopf im Schlaf immer wieder schwer auf die obere Kante der Brettersitzbank knallt. Der Bootsmann ist sichtlich amuesiert und kichert jedesmal laut. „Ha, wie lustig!!!“ Er erntet strafende Blicke, die wenn sie sichtbar waeren wie Blitze in seine Richtung zucken wuerden. In <strong>Rio Dulce</strong> hole ich meinen zwischengelagerten Rucksack vom Deck ab und siedle in das Backpackers Hostel, wo ich in einem Riesenschlafsaal auf einem Steg einziehe. Das tropische Sumpfgebiet ist zwar noch praesent, aber die Unterkunft liegt nicht mehr mitten im Dschungel. Der einengenden Huette der Vornacht weicht eine offene Schlafhalle, die mir das Gefuehl gibt, ich schlafe unter freiem Himmel. Komisch, aber so fuehle ich mich sehr viel wohler.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4738" title="fischer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/fischer.jpg" alt="fischer" width="550" height="200" /></p>
<p>Aber keine Vorteile ohne <strong>Nachteile.</strong> Laute, sich besaufende und prahlende &#8220;Ach ich bin ja so toll, weil ich war schon dort und hab schon das gesehen und wie schauts mit dir aus&#8221; &#8211; Backpacker gehen mir auf die Nerven. Als mich jemand fragt, wielange ich schon unterwegs sei, wo ich ueberall gewesen waere und wohin meine Reise als naechstes ginge erzaehle ich ihm ich sei Anthropologin und waere unterwegs in den Amazonas um die noch bis dato unentdeckte Hochkultur der Bulkas zu erforschen. Schwer beeindruckt lasse ich ihn alleine am Deck stehen. Ich weiss, meine Reaktion gleicht derer einer arroganten Ziege, aber ich bin heute einfach schon zu muede um unpersoenlichen Small-Talk zu halten.</p>
<p>Wenig spaeter seile ich mich gekonnt von der Partymenge ab und finde eine am Dock befestigte Haengematte und trotz der ausgelassenen Stimmung nebenan und den ausgelieferten Moskitoschwaermen, schlafe ich kurzerhand unter dem wolkenlosen <strong>Sternenhimmel</strong> ein. Natuerlich trage ich wie immer &#8220;Cologne de NO-squito&#8221;, aber dennoch saugen mich die blutsuechtigen Monster aus. Die Stimmen und die Musik haben diesesmal eine beruhigende Wirkung auf mich und ich habe einen tiefen, traumlosen Schlaf. Geweckt werde ich ungefaehr 3 Stunden spaeter durch ein Wuergen und einem ekeligen Geruch. Ein <strong>Partytiger</strong>, der am Steg kniet und sich an den Brettern verkrampft festhaelt um nicht kopfueber ins Wasser zu fallen, kotzt sich neben mir die Seele auf dem Leibe. Der beissende Geruch von Erbrochenem steigt mir obwohl das meiste davon im Rio Dulce landet in die Nase. Mehr genervt als angeekelt klettere ich aus der Haengematte und steige wortlos ueber seinen geschundenen Koerper hinweg.. Selber Schuld!&#8230; In der Freiluft-Schlafhalle suche ich nach dem richtigen Gang, der mich zu meinem Stockbett fuehrt. Ich nehme die erste rechts und dann die dritte links und klettere muede ins Bett.</p>
<p>Am darauffolgendem Tag stehe ich zeitig auf, da ich zum Bus muss. Die schlafende Partyhorde liegt im Koma, nur hinten in der 3. Reihe, Erdgeschoss, <strong>fummelt</strong> ein Paaerchen unter dem duennen Leintuch herum. Erschrocken bemerkt mich das Maedchen und peinlich beruehrt schaue ich schnell weg. Mein Gott, wie lange habe ich schon in deren Richtung gestarrt? Ich krame nervoes nach meiner Zahnbuerste und versuche damit verstaendlich zu machen, dass es mir sichtlich schnuppe ist, was in diesem Schlafsaal getrieben wird.</p>
<p>Nachdem ich mir mein Gesicht gewaschen habe ohne einmal in den verrosteten Spiegel zu schauen um mir den bestimmt jaemmerlichen Anblick am heutigen Morgen zu ersparen, faellt mir bevor ich das Dorm verlasse noch die eigentartige <strong>Schlafstellung</strong> der schlummernden Meute auf. Zumindest 80 Prozent der Jungs haben eine Hand rastend auf ihrem &#8220;Big Jo&#8221;, &#8220;Great Willy&#8221;, &#8220;Huge Hugo&#8221;, ect. unter der Bettdecke und bevor ich wieder beim Starren ertappt werde, fluechte ich schnell ans Festland, wo ich spontan in einen Bus Zieldestination bisher unbekannt huepfe. Den Lonely Planet habe ich dem Krokodil im Sumpf hinterlassen.</p>
<p><strong>Writer: Angelika Sagorz</strong><br />
<em><strong> Land: 9433 &#8211; Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Dies ist eine Surf-Story&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 14:20:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Verena Kindermann
..weil es die wahre Geschichte davon erzählt, was uns alles passiert ist, als wir uns chillige Surfstrände mit vielen hübschen Surf-Dudes erhofft hatten.
Ich bin Veni (der brünette Teil von Chrissi und Veni).
Als beste Freundinnen und erfahrene Gemeinsam-Urlauberinnen hielten wir uns für gewappnet für unser Vorhaben:
&#8220;Chrissi, ich bin grad am Flughafen, geniales Last-Minute gefunden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4612" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4612" href="http://surfhund.at/surf-story/kindermann-vorschau"><img class="size-full wp-image-4612" title="kindermann surfing" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/kindermann_vorschau.jpg" alt="Writer: Verena Kindermann" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Verena Kindermann</p></div>
<p>..weil es die wahre Geschichte davon erzählt, was uns alles passiert ist, als wir uns chillige Surfstrände mit vielen hübschen Surf-Dudes erhofft hatten.</p>
<p>Ich bin Veni (der brünette Teil von Chrissi und Veni).<br />
Als beste Freundinnen und erfahrene Gemeinsam-Urlauberinnen hielten wir uns für gewappnet für unser Vorhaben:<br />
&#8220;Chrissi, ich bin grad am Flughafen, geniales Last-Minute gefunden. Mitte August 2 Wochen nach Fuerteventura?&#8221; &#8220;Jaaaa!!&#8221;</p>
<p><strong>ALLER ANFAHRT IST SCHWER!</strong><br />
In weisem Rückblick auf die München-Katastrophe (wir kamen 4 Stunden verspätet zum Konzert) saßen wir bereits am Abend vor Abflug im Zug von Graz nach Wien Schwechat.<br />
Mehr oder weniger glücklicherweise hatten wir unseren Deppen-Magneten angeschalten, so zogen wir in vollen Zügen den netten Herrn Essensmann vom Boardservice auf unsere Seite. Zuerst begann er uns mit harmlosen Gratis-Crackern zu versorgen. Dann saß er auf einmal ein Sandwich mampfend neben uns im Abteil und nach gescheiteter Beschäftigungstherapie in der Wiener Bahnhofshalle (wir haben Münzenwerfen gespielt &#8211; wie SPANNEND!!!) hat er uns angeboten, zu seinen Freunden mitzukommen. Das haben wir unüberlegter Weise dann auch getan &#8211; jedoch nicht, ohne vorher die Adresse der Wohnung an die Daheimgebliebenen zu senden.</p>
<p>Nach ewigem Bangen “Lassen sie uns gehn oder nicht?” waren wir dann endlich am Flughafen und finally auf Fuerte!<br />
Bereits die ersten Stunden auf spanischem Boden beinhalteten einige Kulturshocks.. das heißt: wir &#8211; Kultur, ganz Fuerte &#8211; geschockt! Ihr wollt wissen wieso? Ja, das fragten wir uns auch, hielten wir uns doch stets für recht angenehme Zeitgenossen!<br />
Doch dann wurden wir sogar wegen unseres eroti&#8230; äähh.. EXOTISCHEN Essstils aufs Zimmer verbannt!</p>
<p><strong>WER DICH ZUERST AUFGABELT, MUSS DICH NICHT GLEICH ABSAHNEN!</strong><br />
Am zweiten Abend, ist es dann passiert, wir wurden von Gleichgesinnten gefunden. Sprich, die bescheuertsten Typen, die man überhaupt auf dieser Insel finden kann.<br />
Darf ich vorstellen:</p>
<p>Lollo Sacchi: seines Zeichens Koch (für uns gab es seine Spezialität: Barilla Fertigsugo)<br />
Zappa: Möchtegern-Surfer mit dem schlechtesten Geschmack, den Mailand zu bieten hat<br />
Fede: Anhängsel der beiden ersteren, um von ihren nicht vorhandenen Qualitäten abzulenken (zugegeben: geniale Taktik, denn neben Fede, sieht wirklich jeder gut aus)</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4616" title="surf-dudes" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surf-dudes.jpg" alt="surf-dudes" width="550" height="200" /></p>
<p>An dieser Stelle möchte ich mit euch eine Weisheit teilen, die ihr bitte nie wieder in eurem Leben vergessen sollt: Komme, was wolle, KEINE Italiener!</p>
<p>Jedenfalls, wo war ich noch? Ach ja, der zweite Abend.<br />
Durch neu erflirtete Kontakte zum Restaurant-Host waren wir bereits wieder zum Essen zugelassen. Kaum fertig und in der Lobby entschieden wir uns dagegen, aufs Zimmer zu gehen, um uns für das Nachtleben zu stylen und einstimmig dafür, in Jogginghosen und alten T-Shirts Party zu machen.<br />
Großer Fehler! Da uns nämlich die &#8220;3 Italianskis&#8221;, wie wir sie liebevoll nannten, in diesem absolut grauenhaftem Zustand kennen gelernt haben, war es uns 2 Wochen lang nicht möglich einen schlimmeren Look zu kreieren, der sie verschrecken könnte!</p>
<p>An dem einzigen Abend, an dem sie sich von uns &#8220;losreißen&#8221; konnten, trafen sie auf eine Gruppe von 3 willigen Italienerinnen und schließlich konnten sie rechnen : 3 Italiener zu 3 Italienerinnen verteilt sich besser als 3 Italiener zu 2 Österreicherinnen!<br />
Doch selbst dann fanden wir sie in einem der entlegensten Lokale wieder, wo sie innerhalb weniger Minuten &#8211; einer nach dem anderen &#8211; den Italienerinnen-Tisch verließen und uns um sofortige Erlösung anflehten.</p>
<p><strong>ZEITLOSE KLEIDUNG ALTERT NICHT!</strong><br />
Nach einer unserer durchtanzten Nächte kam dann schließlich Maria zu uns! (Zur Erklärung: Chrissi, ultraschick in ein Bettlaken gewickelnd, auf und ab hüpfend und um mich herum flatternd = Maria!)</p>
<p>Sie hatte eine Mission für uns:<br />
&#8220;Setzt den Turban auf&#8230; und werft euch in die Toga!&#8221;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4613" title="hotel" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_hotel.jpg" alt="hotel" width="550" height="200" /></p>
<p>Gesagt, getan! Doch damit sollte es noch nicht genug sein. Wir konnten das Geheimnis der Toga doch nicht für uns behalten! Maria hielt es für die beste Idee, das vollendete Modell auf der Italianski-Part[e]y vorzuführen! Passende Accessoires mussten gefunden werden. Schnell wurde klar, es gibt nur eine Lösung: Pseudo-Lorbeerkränze.<br />
Et voilá:</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4618" title="girls" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/girls.jpg" alt="girls" width="550" height="200" /><br />
<em>(Foto made by: verwirrter Nachtportier. Zum Glück hat er nicht geschnallt, dass wir das ganze Bettzeug verschleppten!)</em></p>
<p>Also auf zur &#8220;grande Party&#8221;! Nach der ersten Aufregung der Italiener, verbreiteten wir gleich eine österreichische Gegebenheit, nämlich: Wenn in Österreich nicht dazu gesagt wird, dass die Party KEINE Toga-Party ist, ist es eben automatisch eine! Wieder was gelernt die Italianskis (Und ja(!), sie haben uns das wirklich geglaubt)!</p>
<p>Nach einer überflutenden Wasser-Fanta-Cola-Session, ausgehend vom Badezimmer, waren unsere Togas leider unbrauchbar und so haben wir sie abgelegt. (Was endlich das Geheimnis gelüftet hat: “Habt ihr eigentlich da drunter was an??”) War eigentlich auch nicht die beste Idee, weil jezt die letzten Hemmungen gefallen waren und wir sofort in den Pool katapultiert wurden. Schön und gut&#8230;Trockne-Session im Öffentlichen!<br />
Trocken waren danach leider nur unsere Haare und um uns von der klatschnassen, nicht sonderlich viel bedeckenden &#8220;Unter-Toga-Kleidung&#8221; zu erlösen erklärten sich Zappa und Fede sofort bereit uns mit ihren besten milanesischen &#8220;Kleidungs-dingens&#8221; auszuhelfen. Schweinchenrosa Shorts und vor allem Chrissi bekam Fedes todschickes Apfel-Aufdruck-Leiberl!<br />
Todschick deshalb, weil man besser tot ist, als mit diesem Shirt gesehen zu werden!</p>
<p><strong>MÄNNER, LERNT AUS DEN FEHLERN DIESES INDIVIDUUMS EURER ART!</strong><br />
&#8220;Weg von den Italianskis&#8221;! Das war die Devise!<br />
Der Versuch ins Nachbarkaff abzuhauen war nicht besonders klug. 1 1/2 Stunden Fußmarsch und dort war außer nichts, überhaupt nichts!<br />
Strandwechsel &#8211; ebenfalls gescheitert. 15 min Busfahrt reichten nicht, denn beim Strandspaziergang sichteten wir schon wieder unsere 3 Spezialisten!</p>
<p>Neuer Fluchtplan: Jaaa, wir mieten uns ein Auto und fahren nach Corralejo!<br />
Wir beschlossen, richtig durchzustarten und zwar auf Chrissi-Veni-Art:<br />
Aufwachen. Motzen, wie früh es ist. Aufstehen. Weitermotzen, wie früh es ist.<br />
Zum Autovermieter gehn, zum nächsten Autovermieter gehn, zum&#8230; gut, wäre das geklärt&#8230; Wir fahren mit dem BUS nach Corralejo!<br />
Und was tut man nach 90 Minuten Busfahrt? Nein, anders: Was tun WIR nach 90 Minuten Busfahrt? BINGO! Essen!<br />
Es war einfach herrlich! Und endlich ein Strand mit Männern der Marke &#8220;Anschmachtwürdiger-Kite-Surfer&#8221;! Noch ein kleiner Spaziergang und was man halt so macht, wenn man auf Urlaub ist.<br />
Ein bisschen posen, plantschen und im Wasser herumsteigen und so.<br />
Erst bei der Rückfahrt bemerkten wir, dass &#8220;sich-auf-fremden-Fotos-die-Noggerln-richten&#8221; ganz offensichtlich auch dazu gehört!!!</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4617" title="beach" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/beach.jpg" alt="beach" width="550" height="200" /></p>
<p><strong>WIR MÖGENS, WENNS BLUBBELT</strong><br />
Wir beschlossen einstimmig, diesen grauenhaften Anblick in einem der hoteleigenen Rooftop-Jacuzzis zu verdrängen! Ja, ich weiß, Rooftop-Jacuzzis sind ein Hit! Leider wurde das Wasser bloß donnerstags gewechselt. So war es äußerst unpraktisch, dass wir gerade an einem Mittwoch unter Schock standen. Nur gut, dass wir bereits durch die Muttermilch mit reichlich Hausverstand versorgt wurden, denn was macht man, wenn etwas schmutzig ist? Richtig, waschen!<br />
Chrissi hat glücklicher Weise eine Vorliebe für kleine Reiseduschgels und ein -mir bis dahin unbekanntes- Talent, diese in ihrem Bikini quasi unsichtlich zu verstauen. So stiegen wir mit Duschgels bewaffnet in das Becken. Es herrschte großer Andrang um den Pool. Nur ein Pärchen mittleren Alters fühlte sich auch nach 20 Minuten noch nicht aufgeweicht genug, um aus dem Wasser zu steigen. Egal! Der Blubber-Jacuzzi hatte Vorrang! Zuerst ein paar harmlose Blasen gefolgt von massig Schaum! Während Chrissi und ich zufrieden den Duft von Duschgel schnupperten, bekamen unsere Mitpoolbenützer regelrecht Angst vor dem vermeintlich giftigen Wasser. Als sie gerade die Flucht aus der 50cm hohen Schaum-Wolke ergreifen wollten, sahen sie eine der Duschgel-Verpackungen vor sich auftauchen und brachen in Gelächter aus. Klar, solche Jacuzzis muss man einfach lieben!</p>
<p><strong>LOLLO SACCHI &#8211; DER NAME SPRICHT FÜR SICH!</strong><br />
Hab ich schon erwähnt, dass wir diese Italiener loswerden wollten? Ja? Richtig! Und darum ist mir auch folgende Story bis heute unerklärbar:<br />
Es hat sich auf misteriöse Weise ergeben, dass Lollo meine Chrissi so lange genervt hat, bis sie mit ihm an den Strand gegangen ist. Und ich will nicht wissen, wie es zu so einer Tragödie kommen konnte (laut Chrissis eigenen Angaben musste Lollos Redefluss notgestoppt werden).. jedenfalls haben sie sich geküsst! (Ach, Chrissi!)<br />
Die beiden also knutschend auf der einen Strandliege, die Handies auf der anderen. Plötzlich sah Lollo einen Schatten am Boden und eine nach den Telefonen greifende Hand, sprang wie von der Tarantel gestochen auf, schnappte sein Handy und sprintete los. Nicht nur, dass er Chrissi dort alleine gelassen hatte, nein! Der Typ besaß auch noch die Nerven ihr aus der Ferne in seinem Italiener-Englisch zuzuschreien &#8220;Rrrun, Chrissi, rrrun!&#8221; Wie männlich!<br />
Kaum waren wir alle wieder vereint, erzählte Lollo die Story gleich seinen Freunden. Natürlich sparte er sich die Details der Flucht wahrheitsgemäß widerzugeben, dafür führte er Chrissis blutenden Ellenbogen auf einen Kampf mit dem Handydieb zurück. Ich brach fast zusammen vor Lachen, als sie mir erzählte wie es sich wirklich zugetragen hatte. Der blutende Ellenbogen kam davon, dass Lollo sie fast von der Strandliege gedrängt hatte!</p>
<p>Chrissi war das ganze natürlich eine Lehre, Lollo aber wollte mehr. Nach der Reunion im Italiner-Apartment, zerrte er sie auch schon in das Schlafzimmer, wo er sie aufs Bett warf, sich vor ihr aufbaute und oben ohne, mit dem Hintern-wackelnd meinte: &#8220;Attention, girl-ää, I&#8217;m so dangerous!&#8221; Was dann kam, könnt ihr euch denken. Ich hörte Chrissi bis auf die Veranda auf Deutsch daherfluchen, er solle sie zufrieden lassen. Es folgte ein bitten und betteln seinerseits und einige Fluchtversuche ihrerseits. Keine Sorge, es ist ihr gelungen zu Entkommen und dank vieler therapeutischer Sitzungen mit mir, kann sie heute auch darüber Lachen! Bleibender Schaden trotzdem irreparabel!<br />
(Wäre es nicht Chrissi gewesen, die mir diese Lollo-Stories erzählt hat, ich hätte kein Wort davon geglaubt!)</p>
<p><strong>TURBULEEEENZEEEEN!</strong><br />
Nun gut, die Highlights auf Fuerte kennt ihr jetzt ja. Aber ihr habt doch nicht ernsthaft geglaubt, dass die Heimreise normal verlief? Nein, vor allem nicht, wenn sich ein so passendes Opfer anbietet, wie unser netter Herr Sitznachbar im Flugzeug! Der Gute hatte offensichtlich schon mit den sich ereignenden Mini-Turbulenzen seine Probleme. Nach eingehender Beratung mit meiner Amtskollegin Frau Dr.Dr. Oberstudienrat Christina S. rieten wir zur Schocktherapie, die umgehend eingeleitet werden musste. Aber seht am besten selbst!</p>
<p><strong>LA CONCLUSION</strong><br />
Trotz der (damals) nicht erfüllten Nähe zur Surfwelt lieben wir Fuerte! Es sei auch erwähnt, dass Chrissi und ich mittlerweile selbst am Board stehen. Die Italiener sind wir allerdings auch heute, nach 4 Jarhen, noch nicht los geworden!</p>
<p><strong>Writer: Verena Kindermann</strong><br />
<em><strong> Land: 8020 &#8211; Österreich</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Ein Tag am Meer</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Apr 2010 06:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[ 
 Writer: Livia Müller
Was geht dir durch den Kopf beim Gedanken, das zu tun, wovon du schon immer geträumt hast? Stell dir vor: Monatelang sitzt du im Trocknen, kommst nicht zur Ruhe, weil der Drang, die Sehnsucht nach dem Erlebnis in dir so gross ist! Und plötzlich bist du deinem Ziel so nahe! Bald [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<div id="attachment_4574" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><em> </em><em><a rel="attachment wp-att-4574" href="http://surfhund.at/ein-tag-am-meer/writers-contest-livia-mueller-vorschau"><img class="size-full wp-image-4574" title="livia mueller" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_livia-mueller_vorschau.jpg" alt="Writer: Livia Müller" width="200" height="150" /></a></em><p class="wp-caption-text">Writer: Livia Müller</p></div>
<p><em>Was geht dir durch den Kopf beim Gedanken, das zu tun, wovon du schon immer geträumt hast? Stell dir vor: Monatelang sitzt du im Trocknen, kommst nicht zur Ruhe, weil der Drang, die Sehnsucht nach dem Erlebnis in dir so gross ist! Und plötzlich bist du deinem Ziel so nahe! Bald wird es Wirklichkeit! Ich bemerke, welch innere Freude und zugleich riesige Aufregung mich überkommt, wie mein Herz zu hüpfen anfängt, wenn ich die Sätze nur in den Mund nehme: «Ich werde surfen gehen!»</em></p>
<p>Nicht gerade erfreut bin ich, wie mir Lando mit breitem Grinsen fast schon schadenfreudig den grauen Neoprenanzug entgegenhält. «Hier, der is für dich! Is der kleinste den wir hier ham. Zieh mal an, ich glaub der passt schon­­. Den kannste anzieh’n wenn’s dir zu kalt wird da draussen, wird aber heute wohl nicht der Fall sein. Eins musst du noch wissen; hier wird nicht reingepisst, ja!? Und bitte am Abend das Salzwasser und den Sand ausspülen! » &#8230; Na toll, und wie der passt! In dem gummigen Teil fühl ich mich wie Meister Eder in Pumuckls Schlafanzug! Mir selber fremd, geh’ ich raus auf die Terrasse der Villa Miguel, wo die Mittagssonne bereits den unebenen Holzboden erwärmt hat. Die Camp-Bewohner sitzen teils in Aufbruchstimmung, teils im Dilemma vom letzen Abend, mit Kaffeetassen und Kippen in der Hand auf den Holzbänken. «Hahaha! Siehst lustig aus! Aber passt doch prima, oder!?», sind die mitleidigen Kommentare. Mit einem gequälten Lächeln bejahe ich ihre Meinung und frage mich insgeheim, wie ich in diesem Ding jemals cool auf dem Surfbrett stehen soll&#8230; Der hübsche Teamer meint nur tröstend: «Wart’s nur ab! Wenn das Wasser erst mal oben beim Neo reinfliesst, und den ganzen Rücken hinab läuft, wird’s richtig gemütlich und erfrischend!»</p>
<p>Jetzt soll’s also losgehen. Ich kann’s kaum erwarten, wie ich da draussen vor der Garage stehe, putzmunter und aufgeregt. Das Surfboard unterm Arm, die Leash in der Hand. Ich dachte, die Dinger wären viel schwerer. Das erste Mal kann ich das Baby also selbst im Arm halten. Schon das allein fühlt sich ziemlich verrückt an. Ein schmaler Streifen braungebrannter Haut trennt die weissen Roxy-Surfshorts vom schwarzen Lycra-Shirt, welches wir beim freundlichen Typen vom Surfshop gekauft haben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4579" title="vw-bus_surfen" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/vw-bus_surfen.jpg" alt="vw-bus_surfen" width="550" height="200" /></p>
<p>Und so «flipfloppen» wir also los, alle watschelnd hintereinander, über das schmale Weglein durch den Pinienwald, vorbei an Residenz-Hotelanlagen und einem bescheiden besetzten riesigen Parkplatz. Das ist er also, der Parkplatz mit den alten, verstaubten Pick-ups und den gestylten Bullis der angereisten Surfer, von dem uns Lando abgeraten hat, abends mit Miniröcken alleine vorbeizugehen&#8230; Doch um diese Zeit ist niemand hier anzutreffen. Wahrscheinlich reiten sie gerade die Wellen des Atlantiks ab, sonnen sich irgendwo lässig am Strand oder treffen sich draussen vor dem «Haus der 100 Biere».</p>
<p>Da steh’n wir nun vor dieser hohen Düne im Baileysbraunen Sand. Links und rechts des Weges liegt eingezäuntes Naturschutzgebiet. Während ich mühselig meine Flip-Flops ausziehe – man bedenke das inzwischen tonnenschwer anfühlende Surfbrett unterm Arm und den vollen Rucksack auf dem Rücken –, schau ich gespannt den hohen Weg hinauf, im Kopf schon die Vorstellung vom schönen Ausblick dahinter. Was erwartet mich wohl da oben? Meine Fresse, hab ich doch wirklich noch nie einen Surfer real auf den Meereswellen reiten sehen! Ich hoffe, ich werde nicht gleich in Freudentränen ausbrechen oder vor lauter Glückseligkeit im Sand versinken.</p>
<p>Oben angekommen, stell’ ich zuerst mal erschöpft mein Board ab. Mein Blick schweift über den weitgezogenen, breiten Sandstrand hinab zum Wasser. Freude überkommt mich mitten im wilden Geschwätz der anderen – ein Gefühl der Zufriedenheit und der Eroberung. Es fühlt sich frei und fast ein bisschen mächtig an, wie ich hier oben auf dem höchsten Punkt der Düne stehe. Weitblick – nichts als Weitblick. Salziger, feuchter Wind weht mir ins Gesicht, die Atlantikküste Südwestfrankreichs heisst uns willkommen! Für einen kurzen Augenblick besinne ich mich meines grossen Glücks, hier stehen zu können, und ich werfe dem Himmel ein dankbares Lächeln zu.</p>
<p>Dann geht es schnell weiter. Wir suchen uns einen hübschen Platz aus, lassen unsere Boards erst mal aus den Augen – jedoch nicht aus dem Sinn – und machen erste Dehnübungen. Henk, Campvater und zugleich gute Seele für fürsorgebedürftige Gäste, erzählt uns die wichtigsten Informationen rund ums Surfen. Wie heissen die einzelnen Teile des Surfboards, was gibt es zu beachten beim Paddeln, welches sind die Gefahren des Meeres – und überhaupt; wie surft man eigentlich?</p>
<p>Ein paar hundert Meter weiter draussen auf dem Meer, drängen aus dem stillen Dunkelblau die weissgekrönten Wellen himmelwärts und wälzen sich dem Ufer zu. Eine nach der anderen rollen sie heran, meterlang und mit sprühendem Kamm.  Ich sitze in Dehnposition mit angewinkelten Beinen im Sand und lausche dem fortlaufenden Brausen, schaue auf die nicht endende Prozession und fühle mich plötzlich klein und zerbrechlich angesichts dieser Kraft. Zugegeben, es waren bestimmt nicht sehr hohe Wellen an diesem schönen Sommernachmittag. Doch in der Tat, man fühlt sich klein, und die Vorstellung, sich mit diesem Meer messen zu wollen, löst instinktiv ein mulmiges Gefühl im Bauch aus. Und plötzlich ist er vor meiner Linse! Dort, wo eine dampfende Brandung zum Himmel steigt, taucht der dunkle Kopf eines Surfers auf. Rasch erhebt er sich aus der stürzenden Welle. Wo diese einen Moment zuvor nur einsam Richtung Land hinrauschte, ist nun dieser kräftige Typ, rote Surfshorts und nakter Oberkörper, aus dem Wasser heraus in die Welle gestürzt. Gekonnt nimmt er diese zwei Meter hohe Woge und reitet sie elegant ab. Er steht auf einem Longboard, vermutlich wird’s ein Malibu sein, oder ein BIC&#8230; Völlig gelassen, als würde er gerade auf seinem Fahrrad die sandige Strandstrasse entlangcruisen, gleitet er mit der Geschwindigkeit der Welle über das Meer Richtung Strand. Und weiter dem Ufer zu reitet er auf seinem Brett den weissen Kamm der Welle ab. Ein Aufschäumen, ein langgezogenes Rauschen, als die Welle schlussendlich am Ufer zusammenfällt. Und sogleich springt auch der junge Surfer von seinem Board, um danach von neuem hinaus zu paddeln, und die nächste Welle abzuwarten.</p>
<p>Ich sitze immer noch im Sand&#8230; mittlerweile mit gekreuzten Armen, um die Muskeln fürs Paddeln vorzubereiten. Ich denke an die Roxy-Girls, wie sie in diesem Moment wahrscheinlich gerade auf die türkisfarbenen Wellen irgendwo auf den Fidji-Inseln warten, und sich über den letzten Ritt amüsieren. Und weiter denk ich, dass sie ein wundervolles Leben haben&#8230; jeden Tag da draussen auf dem Brett zu liegen, und, falls grad eine Welle kommt, aufspringen, um danach wieder von vorne zu beginnen&#8230; Und noch weiter gehen die Gedanken. Es ist alles gut hier, im warmen Sand zu sitzen, und dennoch, du bist ein einfaches Mädchen, welches das erste Mal hierher gereist ist, um sich als Roxy-Girl zu versuchen, und was diese Girls können, kannst du auch. Jetzt hab dich mal nicht so, mach schon! Nimm dein Board unter den Arm, schlendere lässig an den anderen Surfern vorbei, spring ins kalte Wasser und ringe mit dem Meer&#8230;</p>
<p><img title="blue-sea" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/blue-sea.jpg" alt="blue-sea" width="550" height="200" /></p>
<p>Und so kommt es, dass ich mich zum ersten Mal am Wellenreiten versuche. Ich bin jedoch nicht eines dieser Girls, oder dieser Typ mit den roten Surfshorts&#8230; Eher bin ich ein unbeholfenes, kleines Kind, das zum ersten Mal versucht, aufrecht zu gehen. So geh ich nun hinaus mit einem flachen Brett, einem 7 Fuss langen, leicht ovalen Mini Malibu. Ich lege mich darauf, wie sich ein kleiner Junge auf seinen Schlitten legt, und paddle mit den Händen hinaus ins etwas tiefere Wasser, wo sich die kleinen Wellen zu heben beginnen. Es dauert seine Zeit, bis ich endlich draussen bei Henk bin, denn auf dem Surfbrett lässt es sich paddeln wie zum ersten Mal auf einem Skateboard zu stehen. Alles ist eine Frage des Gleichgewichts.</p>
<p>Erschöpft und Salzwasser spuckend, komme ich dann endlich bei Henk an, wo ich mich an seinem Surfbrett festhalte, um nicht gleich wieder an Land gespült zu werden. Die Wellen sind mittlerweile ziemlich klein, sodass dies auch weiter kein Problem ist. Henk guckt mich lachend an und erklärt mir den konkreten Vorgang beim Wellenreiten. «Bleib ruhig auf dem Brett liegen. Welle für Welle bricht sich vor dir, hinter, unter und über dir, eilt zum Ufer hin und lässt dich zurück. Erhebt sich eine Welle, wird sie steiler. Stell dir vor, du lägest auf deinem Brett, unmittelbar vor der abfallenden Wellenwand. Stünde sie still, würdest du ebenso hinuntergleiten wie der Junge mit seinem Schlitten einen Hügel hinunterrodelt.» «Aber», wende ich ein, «die Welle steht nicht still!» «Sehr wahr, doch das Wasser, aus dem sie besteht, das bewegt sich nicht, womit wir beim Geheimnis angelangt wären. Solltest du jemals diese Welle hinuntergleiten, so wirst du immer weiter schweben, und niemals wirst du ihr unteres Ende erreichen. Lache nicht! Das Gefälle dieser Welle mag nur einen Meter messen, und doch kannst du auf ihm einen halben Kilometer weit hinabgleiten. Denn da eine Welle übertragende Bewegung oder übertragender Schwung ist, erhebt sich so schnell neues Wasser in die Welle, wie diese vorwärts drängt. Auf diesem neuen Wasser gleitest du hinab, und doch verändert sich deine Position auf der Welle nicht; hinab gleitest du auf immer neuem Wasser. Du kommst ebenso schnell voran, wie sich die Welle bewegt. Während die Welle wandert, türmt sie sich auf, die Schwerkraft besorgt den Rest. Und hinab gleitest du die ganze Strecke. Solltest du immer noch der Meinung sein, das Wasser bewege sich mit dir mit, strecke deine Arme hinein und versuche zu paddeln; du siehst, dass du erstaunlich schnell sein musst, um einen Zug zu machen, denn dieses Wasser fällt so schnell zurück, wie du nach vorne stürzt.»</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4482" title="ueberlaenge" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/ueberlaenge.jpg" alt="ueberlaenge" width="550" height="200" /></p>
<p>Erstaunt und etwas überfordert, lasse ich sein Surfbrett los. Ich paddle etwas näher zum Land und schliesse mich einigen kleinen Jungs im seichten Wasser an, dort, wo die Wellen bereits zusammengebrochen und niedrig genug sind. Ich schaue den anderen Surfern zu. Immer, wenn ein vielversprechender Brecher vorbeikommt, hüpfen sie bäuchlings auf ihre Bretter, strampeln wie verrückt mit den Füssen und reiten die Welle an den Strand. Ich versuche, ihnen nachzueifern. Ich beobachte sie, versuche alles zu tun, was sie tun, und scheitere kläglich&#8230; Die Welle schwappt vorbei, und ich bin nicht drauf. Ich versuche es wieder und wieder&#8230; Ich strample doppelt so wild wie sie und versage. Wir sind bestimmt etwa fünf an der Zahl. Vor einer guten Welle springen wir alle auf unsere Bretter. Unsere Füsse wirbeln los, und fort schiessen die kleinen Schlingel, während ich gedemütigt zurückbleibe&#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4587" title="surf-junge" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surf-junge.jpg" alt="surf-junge" width="550" height="200" /></p>
<p>Ich habe es eine geschlagene Stunde lang probiert. Habe gekämpft, salziges Wasser geschluckt, Sand aus den Augen gerieben, geschrien und geflucht, ohne eine einzige Welle davon zu überzeugen, mich an Land zu befördern. Und dann ist Henk gekommen. «Hey, was machst du denn!? Willste wirklich schon aufgeben!? Geh vom Brett runter, ich zeig dir wie man das Pferd in den Stall reitet! » Etwas unwillig lass ich mich von ihm überreden, und gib seiner Belehrung freien Lauf. Er zeigt mir, wie ich richtig auf das Brett steige und erklärt mir nochmals genau den Ablauf der Dinge. Dann wartet er eine gute Welle ab, gibt mir im rechten Augenblick einen Schubs und bringt mich hinein. Ach, welch herrlicher Moment, als ich spüre, wie die Welle mich ergreifft und mit sich reisst! Ich stehe auf dem Surfbrett und rausche dahin, etwa zehn Meter. Alles geht ziemlich schnell, und bevor ich überhaupt verstehen kann, was passiert, sink ich mit der Welle auf dem Sand nieder. Von diesem Moment an bin ich völlig aus dem Häuschen! Ich wate mit dem schweren Brett aus dem Wasser, lass es am Ufer zurück und renne zu den anderen. «Hast du das gesehen!? Ich bin gestanden!» «Ach nee!? Wirklich!?» «Jaa! Mindestens zwanzig Meter bin ich ganz alleine gesurft!!!» «Zwanzig Meter! Wow! Is ja Hammer!»&#8230;</p>
<p>Mächtig stolz und überglücklich schaue ich nochmals sehnsüchtig auf das Meer hinaus, wo sich die anderen immer noch tummeln, lasse mich erschöpft auf das Handtuch fallen und sage nur lachend: «Ich bin das erste Mal gesurft!»</p>
<p><strong>Writer: Livia</strong><br />
<em><strong> Land: 5621 &#8211; Schweiz</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>Lebenswandel auf Fuerteventura</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Apr 2010 09:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Maria Pötschke
Aber Hey, was solls. 
Ja, wie fängt man so eine Story überhaupt an? Erzähl ich Euch einfach was von den unglaublich penetranten Italienern, die eine Pizzeria gleich nebenan haben und sich den ganzen Tag lautstark über Belanglosigkeiten streiten, Michael Jackson abgöttisch lieben und sich von der Konkurrenz absetzen, indem sie KEINE Pizza verkaufen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4518" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4518" href="http://surfhund.at/fuerteventura-elcotillo/writers-contest-surfing-poetschke"><img class="size-full wp-image-4518" title="poetschke surfing" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_surfing-poetschke.jpg" alt="Writer: Maria Pötschke" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Maria Pötschke</p></div>
<p><strong>Aber Hey, was solls. </strong></p>
<p>Ja, wie fängt man so eine Story überhaupt an? Erzähl ich Euch einfach was von den unglaublich penetranten Italienern, die eine Pizzeria gleich nebenan haben und sich den ganzen Tag lautstark über Belanglosigkeiten streiten, Michael Jackson abgöttisch lieben und sich von der Konkurrenz absetzen, indem sie KEINE Pizza verkaufen? Oder fange ich lieber damit an, dass das hier der idyllischste Ort der Welt ist und Toby, mein Controller (wir haben uns auf dieses Wort geeinigt, da er „Chef“ schrecklich findet) sich einen Lebenstraum verwirklicht hat, indem er hier in El Cotillo auf Fuerteventura eine Surfschule gegründet hat? Oder erzähl ich Euch, dass ich hier die Zeit meines Lebens haben werden, obwohl ich als typische Großstadttussi eigentlich überhaupt nicht zum Lifestyle hier passe? Ich weiß es nicht, aber ich möchte euch unbedingt etwas von meinen großartigen Erfahrungen mitgeben…also fangen wir einfach mal mit den Basics an:<br />
<span id="more-4513"></span></p>
<p>Mein Name ist Maria, 22 Jahre alt und ich habe bis auf die Zeit während meines Sportmanagementstudiums in Salzgitter (fahrt da bitte nie hin, okay?) mein gesamtes Leben in München verbracht und dort natürlich auch die Münchner „Schickería“ vollends gelebt. Ein Abend ohne hohe Absätze, stündliches Nachschminken und minütlichem Frisurcheck? No Way!</p>
<p>Aber dann hat mein Leben eine spontane Wendung genommen und jetzt bin ich im Rahmen meines Uni- Praxissemesters bei FreshSurf Fuerteventura als hm, Assistenz der Geschäftsführung (Praktikant klingt so nach Kaffeekochen…) im Bereich Marketing etc. gelandet. In erster Linie bedeutet das für mich einen völlig neuen Lifestyle, der schon dadurch bedingt ist, dass die Stadt in der ich die nächste Zeit verbringen werden, El Cotillo, eigentlich nur ein kleines Fischerdörfchen ist, in dem außer Fischen und Surfen überhaupt nichts geht. Auf gut Deutsch: Keine Partys, somit auch kein Alkohol, keine Zigaretten und erst Recht keine Münchner Dekadenz mehr. Puh. Ziemlich heftig. Aber durchaus gesund für Niere, Leber &amp; Lunge.</p>
<p>Deswegen werden jetzt zwangsweise Lack High-Heels gegen bunte FlipFlops getauscht und aus meinen eigentlichen Favourites schwarz &amp; weiß werden pink, grün und sämtliche andere Neontöne, Billabong, Roxy, O´Neill &amp; Co stellen ja auch nichts anderes her für Frauen. Schminke? Nein, Danke… bin ich etwa eine Tussi oder was?- Klar etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe anfangs immer noch versucht, die Neontöne farblich passend zu kombinieren aber inzwischen nehme ich einfach die Sachen, auf die ich Lust habe und wurde auch schon mehrmals als Surferchick identifiziert&#8230;Olé…Ziel erreicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4524" title="fuerteventura poetschke" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_fuerteventura-poetschke.jpg" alt="fuerteventura poetschke" width="550" height="200" /></p>
<p>Auch die Art der Arbeit hier ist für mich völlig neu. Die Jungs von FreshSurf leben den Tag und machen das, was sie für gut und wichtig empfinden. Natürlich darf die Arbeit nicht zu kurz kommen, aber man lässt den Tag nicht durch volle Terminpläne bestimmen, sondern arbeitet kreativ &amp; innovativ und lässt sich einfach von seinem Gefühl leiten. Das ist für mich bisher unvorstellbar gewesen und mir fällt es schwer, mich von alten Gewohnheiten zu verabschieden, da ich bisher nur den typisch deutschen, streng durchorganisierten Büroalltag kenne. Z.B. habe ich meinen fünf- monatigen Aufenthalt auf Fuerteventura am ersten Tag unter Tobys verwundertem Blick mit meinem absoluten Lieblingstool „MS Project“ durchgeplant, habe mir aber fest vorgenommen, das wieder zu löschen, auch wenn dabei ein ungutes Gefühl in der Magengegend zurückbleiben wird.</p>
<p>Was meine Zeit hier jetzt schon besonders geprägt hat, ist das Surfen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wie ich die letzten 22 Jahre ausgehalten habe, ohne auf dem Board zu stehen. Momentan bin ich zwar noch auf einem monströsen Softboard (zwar uncool, aber sinnvoll, da ich sonst sicher schon die Ein oder Andere schwerwiegende Blessur hätte) unterwegs, aber immerhin stehe ich schon und bin jeden Tag mehr von diesem Wahnsinns-Gefühl gestoked einfach diese Naturmacht Wasser, vor der man nie den Respekt verlieren sollte, zumindest ein wenig kontrollieren und sich zu eigen machen zu können. Wie ihr merkt, habe ich auch schon einige Fachwörter aufgesaugt…</p>
<p>Aber aller Anfang ist schwer und im Moment paddle ich noch etwas verwirrt von dem ganzen Channel, Line- Up usw. Gerede im Weißwasser herum und versuche meinen Stand zu verbessern, auch wenn das verdammt oft schiefgeht und dann schonmal mit dem Gesicht im Sand gebremst wird.</p>
<p><strong>Aber Hey, was solls. </strong></p>
<p>Jeder fängt mal klein an und ich bin sogar ein kleines bisschen stolz auf jeden blauen Fleck und jede Schramme (und glaubt mir, davon gibt es einige), die ich mir fast täglich hole, schließlich will ich ja keine Tussi mehr sein. „Nur die Harten kommen in den Garten“ ist das neue Motto und damit lässt sichs überraschend gut leben. Meistens enden unsere Surfsessions dann in unendlicher Erschöpfung, aber das ist für mich das beste Gefühl der Welt. Dann wird einfach unsere FreshSurf- Surflounge zum Schlafzimmer umfunktioniert und abends mit Yoga auf dem Sonnendach unseres Partnerhotels dem alltäglichen Muskelkater entgegengewirkt.</p>
<p>Um schnell besser zu werden nutze ich ab jetzt einfach jeden Tag meine Mittagspause (In Spanien wird von zwei bis fünf Uhr Siesta gehalten- wie praktisch)und versuche so viele weiße &amp; manchmal auch schon kleine grüne Wellen anpaddeln, wie es nur geht, um sicherer zu werden und demnächst auf ein kleineres Board umsteigen zu können, mit dem es mich nicht bei jedem Windstoß (und Wind haben wir hier auf Fuerteventura immer einige Knoten) umschmeißt, wenn ich es zum Strand trage.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4519" title="writers-contest_surfcamp-poetschke" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/writers-contest_surfcamp-poetschke.jpg" alt="writers-contest_surfcamp-poetschke" width="550" height="200" /></p>
<p>Irgendwann in ferner Zukunft kommt dann auch das eigene Board. Hier bei uns auf Fuerteventura gibt es einige richtig gute Shaper und ich hoffe, dass ich in der verbleibenden Zeit noch so gut werde, dass das wirklich Sinn macht. Wäre auf jeden Fall ein Traum. Und in noch fernerer Zukunft steht natürlich der Surflehrerschein. Was ich einmal angefangen habe, versuche ich immer richtig durchzuziehen und wer weiß, eventuell treffen wir uns später dann mal an dem ein oder anderen Break? Ihr erkennt mich dann an den farblich perfekt abgestimmten Neontönen…</p>
<p>Aber bis dahin wird noch viel Zeit vergehen und inzwischen genieße ich meinen Aufenthalt hier im Paradies. Und das ist es wirklich, auch wenn manche es wahrscheinlich anders definieren würden. Aber ich habe hier mein kleines Paradies gefunden, eine kleine aber feine Surferwelt, in der die Uhren etwas langsamer ticken und Selbstverwirklichung das höchste Ziel ist. Und auch wenn es für mich ein großer Schritt war, mein „altes“ Leben aufzugeben, so werde ich doch keinen Tag hier bereuen und versuchen, so viel wie möglich von dieser besonderen Lebenseinstellung hier für mich zu übernehmen. Und wer weiß, eventuell möchte ich danach auch nicht mehr in mein altes Leben zurückkehren.</p>
<p><strong>Writer: Maria Pötschke</strong><br />
<em><strong> Land: 82205 &#8211; Deutschland</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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		<title>5 Monate, 8 Länder, 11 Surfbretter und 1 1/2 Jungs später …</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Apr 2010 06:22:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthi</dc:creator>
				<category><![CDATA[4 Reiseberichte]]></category>
		<category><![CDATA[5 Nominierte Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Writer: Maja Mayer
5 Monate, 8 Länder, 11 Surfbretter und 1 1/2 Jungs später …
… weiß ich, wie man auf der Welle des Lebens reiten muss. Oh ja, SCHÖN WÄR’S …
Letzten Herbst – ich brauche einen (beach)break vom Alltag – fliege ich nach Peru.
Schon bald führt mich meine Reise an den längsten left point break der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_4447" class="wp-caption alignnone" style="width: 210px"><a rel="attachment wp-att-4447" href="http://surfhund.at/surfbretter-jungs/strand-maja-mayer"><img class="size-full wp-image-4447" title="strand_maja-mayer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/strand_maja-mayer.jpg" alt="Writer: Maja Mayer" width="200" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Writer: Maja Mayer</p></div>
<p>5 Monate, 8 Länder, 11 Surfbretter und 1 1/2 Jungs später …</p>
<p>… weiß ich, wie man auf der Welle des Lebens reiten muss. Oh ja, SCHÖN WÄR’S …</p>
<p>Letzten Herbst – ich brauche einen (beach)break vom Alltag – fliege ich nach Peru.</p>
<p>Schon bald führt mich meine Reise an den längsten left point break der Welt – nach Chicama. Doch wenige Stunden später bin ich wieder weg. Denn ich habe Angst, Angst vor dem Städtchen. Ich lerne, dass nicht jede gute Welle ein palmengesäumtes, von Strandbars und knackigen Jungs überberstendes Karibikparadies mit sich bringt. Und auch die Ich-raub’-dich-gleich-aus-Stimmung kann mich nicht zum Bleiben bewegen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4450" title="meer maja mayer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/meer_maja-mayer.jpg" alt="meer maja mayer" width="550" height="200" /></p>
<p>Also lande ich in Mancora, Peru. Dort begegnete ich DEM Surf Hund! Er, ein Golden Retriever, stolziert mit einem rastahaarigen Peruaner und dessen 9-Fuß-Longboard im Schlepptau ans Wasser. Dort angekommen springt der Behaartere von beiden erwartungsvoll an die Spitze des Bretts. Der Rasta-Local legt sich dahinter, übernimmt die Arbeit und paddelt los. Und ich werde Zeuge, wie Mensch und Tier gemeinsam eine Welle nehmen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4453" title="surfhund maja mayer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfhund_maja-mayer.jpg" alt="surfhund maja mayer" width="550" height="200" /></p>
<p>Weiter auf meiner Reise, in Ecuador, verbuche ich in Montanita meinen bislang größten Erfolg: Eine schulterhohe, grüne Welle auf einem 6’4-Thruster – und ich Roxy! Glück durchströmt mich wie Millionen kleine Weißwasser-Bläschen! Noch abends habe ich eine vor Stolz geSWELLte Brust!</p>
<p>Wenige Tage später fliege ich auf die unglaublichen Galapagos-Inseln. Ohne surfen, aber mit Surfer, schnorchele ich ewi-GE-zeiten neben einem Mantarochen her, streichele einen Hai und wandere über Lavafelder – einmalig!</p>
<p>Neben Galapagos besuche ich auch Kolumbien und Nicaragua ganz ohne Brett unterm Fuß und verliere daher kein einziges weiters Wort …</p>
<p>Der nebenbei erwähnte Surfer– er heißt John – ist Anlass genug, dass ich einige Wochen später meine Pläne über Bo(a)rd werfe, meine Route von Grund(swell) auf änderte und wieder nach Peru fliege.</p>
<p>Aber vorher surfte ich in Boca del Toro, Panama. Bei strömendem Regen fährt uns, also Steve und mich, ein Taxiboot zum Break. (S)later lerne ich eine wichtige Lektion: Nur im Bikini zu surfen ist Meer als kompliziert, weil man die Welle anpaddelt, aufspringt, und sicherstellen muss, dass sowohl man selbst, als auch der Stoff am Körper festen Halt haben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4456" title="surfing mayer" src="http://surfhund.at/wp-content/uploads/2010/04/surfing-mayer.jpg" alt="surfing mayer" width="550" height="200" /></p>
<p>Das alles erlebe ich also mit Steve, dem ½ Jungen meiner Reise. Seine zweite Hälfte lasse ich unangetastet, weil ich schon weiß, dass ich John wieder sehen werde. Doch Steve zieht mit einem imaginären Faden meine Mundwinkel nach oben und ich verbringe herzhaft lachende zehn Tage mit ihm.</p>
<p>Ich werde die 1 ½ Surfer nicht wieder sehen, aber WACHS soll’s? Denn auf der Suche nach der perfekten Welle mögen Jungs das Salzwasser in der Suppe sein, aber am Ende des Tages geht es um dich, das Brett und einen verdammt guten Ritt.</p>
<p><strong>Writer: Maja Mayer</strong><br />
<em><strong> Land: 81543 &#8211; Deutschland</strong></em><em><strong><br />
</strong><strong>Kategorie: Reisebericht<br />
</strong></em></p>
<p><em><strong> </strong></em></p>
<p><img title="Sponsoren" src="../wp-content/uploads/2009/11/sponsoren13.jpg" alt="Surfhund Writers Contest 09 Sponsoren" width="50" height="100" /><a title="The Chillhouse - Surfcamp" href="http://thechillhouse.com/" target="_blank"><img title="The Chillhouse - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/chillhouse-logo.png" alt="The Chillhouse - Surfcamp" width="100" height="100" /></a><a title="Mission to Surf - Surfcamp" href="http://www.missiontosurf.at/" target="_blank"><img title="Mission to Surf - Surfcamp" src="../wp-content/uploads/2009/11/mission-to-surf-logo_011.png" alt="Mission to Surf - Surfcamp" width="150" height="50" /></a><a title="Dana Beanie" href="http://www.beaniedana.com/" target="_blank"><img title="Dana Beanie" src="../wp-content/uploads/2009/11/dana-beanie-logo_012.png" alt="Dana Beanie" width="100" height="50" /></a></p>
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