Interview mit Sonni HöhnscheidIhre Werbung auf Surfhund

Local Hero – Carsten Kurmis

von Matthi

carsten kurmis riversurfen

Rider: Carsten Krumis

Name: Carsten Kurmis
Geb. im: Jänner 68
Lebt in: München
Surft seit: 1989

Du kommst gerade von der ISPO in München, der weltgrößten Sportartikelmesse. Erzähl mal ein bisschen, was gibt es neues am Sportmarkt?
Ich war fast nur auf meinem Stand bei Imagine Surfboards, die waren gut im Gespräch. Speziell Kiter und Longboarder sind interessiert auf Splitboardvarianten, also Boards, die man in der Mitte teilen kann. Auch die breite SUP- Palette hat die Leute angesprochen, ist das ja was ganz Neues in Deutschland.

Du bist ein Urgestein der Münchner Surfszene. Surfst du jetzt auch im Winter?
Na klar, mit einem 6.5er wetsuit ist das schon ok, ich gehe auch ab und zu zum Stand Up Paddeln im Winter. Dabei befahre ich zumeist die Würm flussaufwärts zum Starnbergersee und wieder zurück, ist gerade jetzt ein tolles Erlebnis, ist man ja meist alleine zu dieser Zeit.


Da bin ich auch Deiner Meinung, mit der richtigen Ausrüstung ist Surfen im Winter kein Problem, speziell natürlich am SUP, wo man wenig bis gar keinen Wasserkontakt hat.
Du bist mit Haut und Haaren mit dem Surfen verbunden, verdienst ja auch teilweise dein Geld damit.

Ja, ich vertreibe im deutschsprachigen Europa Surfboards von Imagine, Buster-Boards und verstellbare Finnen von 4WFS. Aber was ich im Surfen verdiene, setze ich meist gleich wieder um. Ich betreibe auch eine Handelsagentur mit Textilmarken wie  rhythm, einem Surflabel aus Australien. Ab und an baue ich mal eine stehende Welle in Finnland, da kommt dann schon Geld rein.

Imagine surfboards werden ja ein bisschen anders gefertigt, was ist das besondere daran?

Wir wollten hier eine Vorreiterrolle im Umweltbewusstsein einnehmen und verwenden recyclebare sowie natürliche Materialien in der Herstellung unserer Boards. Der Boardkern besteht aus wieder verwertetem Schaumstoff, statt Glasfaser wird Bambus mit Epoxydharz verarbeitet. Die Boards sind nicht so starr und haben dadurch auch ein sehr gutes Flexverhalten.

carsten kurmis surfing

Und sind die Teile noch leistbar?
Auf alle Fälle, kosten sie ja ähnlich viel wie vergleichbare Markensurfboards in klassischer Bauweise, und man kann sich mit gutem Gewissen draufstellen und radikale Turns in die Wellen schlitzen, egal ob im Fluss oder am Meer.


Ihr habt ja auch eigene Fluss-Shapes, die speziell auf den kanadischen Flusswellen getestet und eingesetzt werden.

Corran Addison, ehemaliger Kajakprofi und Geschäftsführer von Imagine Surfboards lebt in Kanada und betreibt auch eine eigene Flusssurfschule.

Warst du schon mal in Kanada?

Nein, noch nicht, bis jetzt kenne ich die großen kanadischen Wellen nur von Videos und Gerrys Erzählungen.

carsten krumis malediven

Ich habe eine Menge Bambus im Garten. Kann ich daraus auch ein Surfbrett bauen?
Ist sicherlich ein aufregendes Spiel, du musst das Zeugs ganz klein häckseln, dann einstricken, und als Matte verarbeiten. Wenn du viele Bambusstangen miteinander verbindest, bekommst du ein Floß, ist sicherlich auch nicht schlecht.

Ähnlich wie Philipp Mes aus Norddeutschland bringt ihr auch teilbare Surfboards auf den Markt. Funktioniert das denn?
Ja, das ganze wird auseinandergeschnitten, extra verarbeitet und mittels Carbonstangen dann zusammengesteckt. Wir arbeiten hier mit zwei bis drei Teilen pro Bοard.

Was hältst du von aufblasbaren Boards ?
Als familienfreundliches Spielgerät sind die sicher geeignet, ich kann aber noch nicht soviel darüber sagen. Ich bekomme nächste Woche eines aus England, gebe dir dann bescheid, wie es sich am Wasser anfühlt.

Wie sieht es in München mit den offenen Hochwasserwellen aus, geht da noch was?
Die Reichenbachbrücke ist der Renaturierung zum Opfer gefallen. Die Wittelsbacher ist noch funktionstüchtig für die Kajaker, und bei optimalem Wasserstand auch zum Surfen geeignet.

carsten krumis riversurfen

Man hört viele Geschichten über Verletzungen bis zu Todesfällen beim Hochwassersurfen in München, Gerüchte oder ist da was Wahres dran?
Meines Wissens ist noch nie etwas schlimmeres passiert. Beim Kräuselwasser und bei Verschneidungen hinter den Wellen kann es aber schon mal sein, dass man ordentlich runtergedrückt wird und
erst ein Weilchen später wieder an die Wasseroberfläche kommt.

Und am Eisbach?
Blaue Flecken sind an der Tagesordnung, schwerere Verletzungen eher selten, wenn man dort öfters fährt, kennt man schon die Tücken am Bach.

carsten kurmis riversurfen

Du hast mir von verstellbaren Finnen erzählt, die auch am Fluss das Setup des Boards positiv beeinflussen können.
Die Finnen von 4WFS sind vorne und hinten zu verstellen, auch der Winkel ist variabel. Man erspart sich dadurch zwei verschiedene Bretter.

Uns beide verbindet eine Leidenschaft und zwar mit dem SUP Seen und Flüsse bewandern.
Ja, ob als Bodyworkout, zum Stressabbau oder einfach zum Natur genießen gibt es jetzt das ideale Gerät.

Aus welchen Bereichen kommt Kundschaft im Stand Up Paddeln in den nächsten 3 Jahren?
Ein bisschen aus Wellenreiten, ein bisschen Familien, der Hauptanteil kommt aber wahrscheinlich aus dem Kanusport. Hier gibt es seit vielen Jahren wieder eine neue Entwicklung und Herausforderung. Am Meer nützen vor allem Wellenreiter und Windsurfer die Möglichkeit, die dieses Teil bietet.

carsten krumis sup

Und, ist das für radikale Surfer nicht zu fade am SUP im Binnenland ?
Nein, macht auch manchem Eisbach-Surfer Spaß, und ist zudem noch ein toller Ausgleich im sportlichen Training.

Also meinst du, dass wir beim Surfen mit Brettern unterwegs sind, die die Welt bedeuten?
Für mich auf jedenfall.

Für mich auch, liebe Grüße nach München wünscht Peter Bartl

Interview führte Peter Bartl
www.be-training.at

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1 Kommentar zu „Local Hero – Carsten Kurmis“

  1. SUPsurf sagt:

    Interessantes Interview!

    Betreffend der aufblasbaren Surfboards kann ich aus eigener Erfahrung die ULI Bretter empfehlen. Es sind zwar die teuersten aber auch qualitativ die besten und bei weitem die steiffsten.

    Ich bin kein Vertreter von ULI aber ich sage Euch, diese Bretter muss man gesehen haben um es zu glauben. Kein Übergepäck am Flughafen, geht nicht kaputt und lässt sich in etwa 6 Minuten mit der Handpumpe aufblasen.

    Fotos und Videos auf http://www.supsurf.ch
    Die Boards auf http://www.uliboards.com

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