Local Hero – Holger Hassenpflug
von Matthi
Holger Hassenpflug, der 4 fache Österreichische Surfmeister plaudert mit Peter Bartl über seine Wurzeln in Südafrika und warum er immer noch kein Fischfutter ist.
Die Daten:
Name: Holger Hassenpflug
Geb: 21. 04. 1972 in Sommerset West, Nähe Kapstadt
Wohnt in Graz
Verheiratet, 2 Kinder
Surfhund: Wie lange surfst du schon?
Holger: Mit 12 habe ich mit Stand Up Paddle begonnen, also 25 Jahre
Surfhund: Du bist aufgewachsen in Südafrika, welche Homebreaks?
Holger: Elandsbay Westküste, später Jeffreys Bay
Surfhund: Du hast noch alle 4 Gliedmaßen, wie sieht es dort aus mit grauen, großen Fischen?
Holger: Das ist für alle “Saffas” immer ein großes Thema, über das man im Wasser nicht all zuviel Scherze reißt. Ich hab’ schon ein paar mal Haifinnen aus der Nähe gesehen und war dann ganz flott aus dem Wasser draußen.
Surfhund: Stimmt das Gerücht, dass man in Südafrika keinesfalls ins Wasser pissen sollte?
Holger: Wenn das stimmen würde, wäre ich schon längstens Fischfutter.
… aber mit einer blutenden Schnittwunde braucht man sich auch nicht mitten in das Pack zu setzen…… haha
Surfhund: Beschreibe Südafrika näher mit 6 Wörtern:
Holger: Multikulti -Regenbogennation. Endlose Küste, heißer Sand, eiskaltes Wasser, kraftvolle Wellen.
Surfhund: Seit wann bist du in Österreich?
Holger:Ich bin mit 22 nach Österreich gekommen, also 15 Jahre
Surfhund: Ich habe, als ich dich kennen lernte (vor ca. 10 Jahren) aufgrund Deiner Aussprache gedacht, du kommst aus Deutschland. Stört dich so etwas?
Holger:Mich nicht, nur meine Frau verzweifelt…

Surfhund: Als was fühlst du dich im Herzen? Südafrikaner oder Österreicher?
Holger: Ich meine, wenn du als Piefke verkannt wirst, wird einmal der Maßstab so tief gelegt, da kann man nur gut aussteigen…… haha. Mittlerweile eigentlich nimmer so sehr als Südafrikaner, bin ja schon 15 Jahre weg, und ein waschechter Österreicher werde ich auch nie sein, dazu fehlt mir die Kinder und Jugendzeit hier. Ich bin zwischen ZA und AUT globalisiert…
Surfhund: Was fasziniert dich am Surfen?
Holger: Das war schon immer die geilste Sache der Welt für mich!
Heute ist es noch immer die coolste Nebensache – ich mag am liebsten im Wasser sein, sogar im Murwasser. Wenn ich im Wasser bin, im Lineup sitze, dann fühle ich mich überall auf der Welt wie zuhause. Und danach sitze ich am liebsten am Strand, da fühle ich mich immer sauwohl; da komme ich am ehesten zur Ruhe.
Surfhund: Dein größter Erfolg beim Surfen
Holger: European Champs 2003 in der Seniors division, da war ich im Semifinale, als der Contest abgeblasen wurde. 4 mal Austrian Champ am Meer. Ich mag noch immer Contests fahren, bin heutzutage voll happy, wenn ich selber eine gute Leistung bringe, und der Rest ergibt sich eh…
Surfhund: Deine größte Angst beim Surfen:
Holger: I’m not scared of dying, I just don’t want to.
Surfhund: Du warst immer sehr eng mit dem Leistungssport verbunden.
Warum bist du kein Sportprofi geworden?
Holger: Easy beantwortet: nicht genug talentiert
Surfhund: Ok, das glaub ich dir jetzt nicht, aber weiter….
Viele Flusssurfer stellen sich die Frage: Wie fühlt sich das Surfen in einer Tube an? Kann man das überhaupt beschreiben?
Holger: ja, es ist cool
fühlt sich ca. so an, wie’s in den neuesten video clips aus der tube ausschaut

Surfhund:Am Fluss kennt man dich als klassischen „old school boy“ mit unvorstellbar radikalen Turns und vertikal aufgestelltem Board. Paßt dir das Image?
Holger: Es passt gut zu dem, was ich gerne gut können würde. Doch ja, ich bin sehr gerne old school – power and flow!
Surfhund: Zwei weit über Dreißigjährige sind am Fluss in Österreich ganz vorne dabei. Wo sind die Jungen?
Holger: In Bali?, Portugal?, ausgewandert? haha. Ja, schon komisch, dass wir alten Säcke uns so gut halten können. Ich warte halt noch ein bisschen ‘drauf, überholt zu werden
Surfhund: Dein nächstes Surf- Vorhaben?
Holger: France, Portugal, dann bald einmal Indo mit Family.
Surfhund: Ich habe mir die Frage lange aufbehalten:
Wie stehst du zum Kraftwerksbau Puntigam als Dienstnehmer der Estag?
Holger:
OK, ich bin eindeutig betroffen, einmal als Mursurfer, einmal als Mitarbeiter der Energie Steiermark, der viele der Beteiligten auf beiden Seiten persönlich gut kennt, also muss ich damit klarkommen. Als konsensorientierter Mensch wünsche ich mir, dass eine zufriedenstellende Lösung für die Ziele aller Beteiligten geschaffen wird.
Surfhund: Welche Flusswelle möchtest du noch surfen?
Holger: Jedenfalls möchte ich weiterhin in Graz surfen können – das ist sehr sehr wertvoll für mich.
Surfhund: Danke fürs Gespräch,… die Surfhund- Redaktion
Das Interview mit Holger Hassenpflug führte Peter Bartl





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7. November 2010 um 20:01 Uhr
Ist schon krass wenn man bei Google, Fischfutter eingibt und dann auf eine Surf Seite kommt, habe mir aber trotzdem das Interview durch gelesen, ist sehr interessant, wünsche weiter hin viel Erfolg.