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PLAYA DEL SOCORRO – Ein Review

von Matthi

Writer: Ralf Reinecke

Writer: Ralf Reinecke

Passend zum Wetter und weil ich erst vor kurzem ein bisschen was über einen meiner liebsten Surfstrände Playa del Socorro gelesen habe gibt’s hier weiter unten mal noch ein kleines Review zum Wellenreiten am Playa del Socorro auf Teneriffa. Zunächst aber muss ich los werden wie ich überhaupt auf diesen Strand im Nordwesten gekommen bin:

Wellenreiten auf Teneriffa ist so eine Sache. Wir kannten zunächst einmal nur den Strand von Los Cristianos im Süden. Dort wo die Pauschaltouristen zu Tausenden zweimal täglich zwischen Liegestuhl und Betonbettenburg hin und her pendeln. Hier finden ab und zu internationale Surf-Contests statt, was für uns Grund genug war dort als erstes aufzuschlagen.

Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Brandung dort schlägt überall hart auf felsigem und manchmal sogar scharfkantigem Ex-Lavastein auf. Na wunderbar. Genau das richtige also für uns Ab-und-zu-mal-Surfer. Bei nem Wipe-Out kassiert man Schürfwunden deluxe und gerne auch eine 1A Fressenpolitur. Und nicht nur dabei.

Nach einer halben Stunde hatte ich die Schnauze voll. Ich sass am Strand und guckte meinem Kumpel zu wie er krampfhaft versuchte sich nicht noch ne dritte Platzwunde am Rücken einzufangen. Auf einmal war er zusammen mit einem anderen Typen in der Welle. Nur kurz, denn wenige Augenblicke später riss ihn der Typ an den Haaren vom Brett und beide verschwanden in der darüber schlagenden Gischt. Als sie wieder auftauchten hielt ihn der Typ immer noch an den Haaren. Dann schlug er mit der Faust auf seinen Kopf. Ich sprang auf und rannte vor zum Strand und rief irgendwas auf Spanisch. Was genau, weiß ich nicht mehr, denn genau als ich den Mund öffnete, spürte ich einen dumpfen Schlag. Mein Kopf drehte sich zur Seite. Meine Brille löste sich von meinem Kopf und entfernte sich in langsamen schlingernden Bewegungen ähnlich wie so eine Raketenstufe von Apollo13. In Zeitlupe konnte ich ihr dabei zusehen, wie sie um ein paar Tropfen Blut durch die Luft trudelte. Scheinbar schwerelos.

Dann schlug ich am Boden auf. Die Locals verstehen hier keinen Spass. Wenn sie surfen wollen, dann haben alle anderen Pause. Um das klar zu stellen benutzen sie eine universell verständliche Sprache. Und wer die nicht kapiert, dem werden die Reifen vom Auto abgestochen oder auch mal die Windschutzscheibe eingeschlagen. Wenn man sich hier umhört, bekommt man filmreife Geschichten geschildert.

Wir sammelten das losgeschnittene Brett von meinem blau verbeulten Freund ein paar hundert Meter weiter unten wieder ein und verließen den Strand vorbei an dickbäuchigen Engländern, die schon ihr erstes Guinness des Tages vor zum Strand trugen.

Ganz anders ist der Norden der Insel. So erzählt man uns. Dort sei es relaxter und noch dazu schöner. Und tatsächlich: Nach zwei Stunden Autofahrt gelangen wir an den nächst besten Strand und dort doch tatsächlich den Platz an dem wir die nächsten sieben Tage unser Glück finden werden. Dem Playa del Socorro (war jetzt klar, oder?)

Der Playa del Socorro (was auf Deutsch lustigerweise “Hilfe” bedeutet) liegt etwas südlich von Puerto de la Cruz und ist nur per Bus oder Auto zu erreichen. Da es dort keinen Surf Shop oder ähnliches gibt, braucht man sowieso eine eigene Karre, denn die Busfahrer finden es meist nicht allzu witzig wenn man versucht sein Longboard durch die Bustür zu fädeln. Der Break ist auf Sand und meist ordentliche zwei bis drei Meter hoch. Man hat hier Left- und Righthander, da die Brandung mittig zu beiden Seiten in Richtung Steine ausläuft. Schlichtweg super also. Trotzdem ist es aufgrund der Strömung meist nicht unbedingt etwas für Anfänger. Aber was soll’s? Zumindest kriegt man hier nicht für jede falsche Bewegung eine auf’s Maul.

Writer: Ralf Reinecke
Land: 80331 – Deutschland
Kategorie: Reisebericht

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3 Kommentare zu „PLAYA DEL SOCORRO – Ein Review“

  1. Jens sagt:

    Was für eine krasse Geschichte..aber ist mir in Anglet (Fra) auch schon passiert…nur da war ich einem Local in seinen Run gezogen… aber assi ists trotzdem!

    Grüße aus Hamburg

  2. Ralf sagt:

    Einerseits kann ich schon verstehen, dass es nervig ist auf einer Insel zu hocken (auf der man ohnehin nicht viel machen kann) und dann ständig irgendwelche Touristen-Surfer auf dem besten Spot sitzen zu haben – andererseits ist es genau diese Meine-Welle-sonst-eins-aufs-Maul Mentalität, die einem beim Surfen wirklich viel verderben kann.

  3. Flo sagt:

    mit ein wenig mehr respekt und geduld kann man einer tracht prügel problemlos ausweichen.
    aber gewisse nationen wollen einfach nicht einsehen, dass man nur gast in einem land ist und sich auch dem endsprechend benehmen sollte. ich habe schon einige solcher aktionen gesehen und meistens war auch die gesichtsmassage gerechtfertigt. obwohl ich von körperlicher gewalt nicht viel halte, kann ich die situation gut nachvollziehen, jemanden in die welle zu droppen kann noch viel größeren schmerz und verletzungen bereiten……

Surfhund

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