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Reisebericht: Sri Lanka – Feb 2010

von Matthi

Sri Lanka

Sri Lanka

Vor ein paar Monaten befanden wir uns auf der Suche nach einer neuen Surf Destination für Februar. Nach einigen Überlegungen kamen wir auf Sri Lanka. Nicht allzu weit entfernt, warmes Wasser und die von uns gewählte Jahreszeit versprach gute Wellen. Durch ein paar Empfehlungen und Google stießen wir aufs Wavefactory Surfcamp im Süden Sri Lankas. Ein paar Emails später war der Trip gebucht und wir schwerstens motiviert.

Nach 10 Stunden Flugzeit landeten wir in der Hauptstadt Colombo. Es gibt mehrere Fluglinien, die Colombo direkt oder mit Zwischenstopp anfliegen. Am Flughafen wartete schon der vom Camp organisierte Taxifahrer. Die Fahrt dauerte je nach Verkehr ca. 3 – 5 Stunden und kostet um die 50 Euro. (Es ist ratsam, am Flughafen gleich nach der Ankunft Geld zu wechseln oder den ATM aufzusuchen.)

Bereits auf der Fahrt sieht man viel vom Land, dessen Einwohnern und Gewohnheiten. Die Stadt schien nicht enden zu wollen; unsere Nerven wurden durch die großen überholenden Busse (die keine Bremsen zu besitzen schienen), Kamikaze Tuk Tuk Fahrern und selbstmordgefährdeten heiligen Kühen auf die Probe gestellt.

Nach einiger Zeit kamen wir an die Küste und die Fahrt wurde wesentlich entspannter. Die Gegend um uns wurde immer schöner und exotischer und als wir kurz bei einem Straßenstand anhielten, um unsere erste Kokosnussmilch zu schlürfen, realisierten wir, dass das Paradies nicht mehr weit entfernt sein kann.

Endlich angekommen, wurden wir herzlichst von Senka und Andre (den Besitzern des Camps) empfangen.

Das Münchner Ehepaar, das schon um die halbe Welt gesurft ist, ließ sich vor 4 Jahren an diesem idyllischen Plätzchen nieder. Andre arbeitete schon zuvor mehrere Jahre als Surfguide und Snowboardlehrer. Durch den Drang, sich etwas Eigenes aufzubauen und die Unterstützung von Sudden Rush, gelang es Senka und Andre, sich auf ihrer Lieblingsinsel ein neues Zuhause zu schaffen. Durch unzählige Flüge brachten sie die diversen Surfschoolboards in das von Surfshops noch unerschlossene Land. Ab diesem Zeitpunkt war das Wavefactory Surfcamp von November bis Ende März für alle Surfhungrigen und die, die es noch werden wollen, geöffnet.

Andre versteht es wirklich, den Gästen die Freude und den Lifestyle des Surfens zu vermitteln. Sein Wissen, seine ruhige und ermutigende Art gibt einem auch in größeren Wellen ein sicheres Gefühl. Senka kümmert sich liebevoll um das Wohlergehen der Gäste. Von Büroarbeiten, Surffotographien, verarzten verschiedenster Weh-wehchen der Camper oder Sightseeing Tipps hat sie alles in ihrem Repertoire und hat uns Mädels auch ab und zu ins Line up begleitet. Die beiden ergänzen sich bestens in ihrer Rolle und geben dem Camp dadurch einen familiären Touch. Im Camp finden bis zu 10 Leute Platz, die gemütliche Atmosphäre garantiert einen entspannten Urlaub.

Von der Veranda der Bungalows aus, sieht man über den Pool und den weißen Sandstrand auf den perfekt laufenden A-Frame Homespot inmitten der Palmenlandschaft, was jedes Surferherz höher schlagen lässt. Die Zimmer sind einfach, aber sehr gemütlich gehalten, jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und WC, und auf der Veranda bieten sich mehrere Sitz- oder Liegegelegenheiten an.

Das ausgiebige Frühstück stärkt für die nachfolgenden Sessions, Mittag- und Abendessen können je nach Erkundungslaune auch auswärts eingenommen werden.

Nach einem gemeinsamen Frühstück teilen sich die Gruppen in Surfguiding oder Surfschool auf.

Für die ersten Surf–Erfahrungen geht’s mit dem Tuk Tuk nach Weligama, einem nahegelegenen Beach Break. Für uns ging es auf zum Surfguiding.
Andre führte uns während unseres Aufenthalts mit seinem gelben VW Bus zu den verschiedensten Spots, die unsere Augen glänzen ließen. Wir surften easy Beach Breaks, glassy endlos zuscheinende Point-Breaks und wurden von kräftigeren, leicht hohl brechenden Wellen unsanft an unsere Grenzen erinnert. Dank Andre’s guten Spot Erklärungen war es uns möglich, auch als der stärkste Swell seit 4 Jahren an Sri Lanka’s Küste prallte, zu surfen und wieder heil an Land zu gelangen. (Unser Adrenalinspiegel schoss allerdings deutlich über den Normalverbrauch hinaus, als wir die Monstersets vom Channel aus an uns vorbeirollen sahen.) Das Line-up teilten wir uns nur mit ein paar Schildkröten, die ab und zu auftauchten. Andre gab uns immer wieder hilfreiche Tipps oder verfolgte uns mit seiner Boardkamera in den Wellen. Somit war es uns möglich, unsere Technik weiter zu verfeinern.

Nachdem wir 6 Tage Surfguiding hatten, erforschten wir, zwar etwas müde, aber noch nicht ganz ausgepowert, was uns die Insel noch so zu bieten hatte. Vorbei an den berühmten Tee- und Kautschukplantagen, bunten Stoffläden, Früchte- und Gewürzmärkten, ging es für Clara und ein paar neugewonnene Freunde aus dem Camp auf Entdeckungsreise in den Dschungel. Als wir gleich zu Beginn mit Spezial-Socken ausgerüstet wurden, machte sich ein mulmiges Gefühl in uns breit. Bei der 3-stündigen Tour auf einem Pfad durch den Dschungel, kamen wir durch unsere attraktiven Socken ganz schön ins Schwitzen. Wahrscheinlich verscheuchten wir durch unsere Anmutigkeit sämtliche Tiere, sodass uns nur mehr ein paar Affen und Rieseneichhörnchen von den Bäumen aus beobachteten. Als wir dann den riesigen Wasserfall freudigst hinaufkletterten, mussten wir schnell den Sinn der Socken erkennen, da der eine oder andere Blutegel über uns herfallen wollte. Schlussendlich wurden wir dann jedoch durch die wunderschöne Aussicht belohnt. Wer wirklich in den Dschungel zu Elefantenherden und Leoparden vordringen möchte, sollte sich 2 – 3 Tage Zeit nehmen, um weiter ins Landesinnere vorstoßen zu können.

Während Clara den Dschungel unsicher machte, gaben sich Miri und Karin einer entspannenden, unvergesslichen Massage im Secret Roots hin. Mit ayurvedischen Ölen wurde der ausgelaugte Körper wieder auf Vordermann gebracht. Von diesem Tag an fand auch Karin eine Alternative, da sie auf Grund ihres Kreuzbandrisses nur eine Surfsession pro Tag machen konnte.

Wer das Treiben der Schildkröten nicht nur aus dem Line up beobachten will, kann auch einen der zahlreichen Tauchspots auschecken. Das von Andre und Senka liebvoll organisierte BBQ am Strand entpuppte sich aber bald als Warm-Up für den bevorstehenden Ausgeh- Samstag. Andre entfache das von ihm aufgetürmte Zimtholz und packte seine Gitarre aus, während Senka die Arrak Flaschen auf den Tisch stellte. Somit endete der Abend in einer feucht fröhlichen Arrak Attack. Sogar Karin humpelte mit ihrem Zimtstangenstock ums Feuer. Schwerst motiviert stürzten wir uns auf Andre’s Empfehlungen hin am darauffolgenden Samstag in das Nachtleben von Unawatuna und mischten uns unter die Locals. So tanzten wir im Crazy Banana zu schlechter Techno-Musik (Arrak macht’s möglich) mit unseren Tuk Tuk Fahrern bis tief in die Nacht hinein. Nun kamen wir auch endlich in den Genuss, den ganzen Tag im Camp zu chillen und im Pool zu plantschen. Da es für uns alle ein gelungener Urlaub war, ist unser nächster Wavefactory Surfcamp Urlaub in Sri Lanka schon so gut wie gebucht – We’ll be back!!!

Clara Zeiszig, Karin Hösli, Miriam Pfnür

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2 Kommentare zu „Reisebericht: Sri Lanka – Feb 2010“

  1. Christian Seebacher sagt:

    Gibt es zu dem obrigen Reisebericht (Sri Lanka) auch diverse Webadressen oder ähnliches?
    Vielen Dank

  2. Jonny sagt:

    Das hört sich ja echt Spitze an und das im Februar. Wir wollten eigentlich auch immer nach Sri Lanka zum Surfen, aber bei uns hat sich das bisher nicht wirklich ergeben. Vielleicht greifen wir dies durch deinen Reisebericht jetzt endlich an.
    Ich würde mich auch über Webadressen freuen.
    LG

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