Dies ist eine Surf-Story…
von Matthi
..weil es die wahre Geschichte davon erzählt, was uns alles passiert ist, als wir uns chillige Surfstrände mit vielen hübschen Surf-Dudes erhofft hatten.
Ich bin Veni (der brünette Teil von Chrissi und Veni).
Als beste Freundinnen und erfahrene Gemeinsam-Urlauberinnen hielten wir uns für gewappnet für unser Vorhaben:
“Chrissi, ich bin grad am Flughafen, geniales Last-Minute gefunden. Mitte August 2 Wochen nach Fuerteventura?” “Jaaaa!!”
ALLER ANFAHRT IST SCHWER!
In weisem Rückblick auf die München-Katastrophe (wir kamen 4 Stunden verspätet zum Konzert) saßen wir bereits am Abend vor Abflug im Zug von Graz nach Wien Schwechat.
Mehr oder weniger glücklicherweise hatten wir unseren Deppen-Magneten angeschalten, so zogen wir in vollen Zügen den netten Herrn Essensmann vom Boardservice auf unsere Seite. Zuerst begann er uns mit harmlosen Gratis-Crackern zu versorgen. Dann saß er auf einmal ein Sandwich mampfend neben uns im Abteil und nach gescheiteter Beschäftigungstherapie in der Wiener Bahnhofshalle (wir haben Münzenwerfen gespielt – wie SPANNEND!!!) hat er uns angeboten, zu seinen Freunden mitzukommen. Das haben wir unüberlegter Weise dann auch getan – jedoch nicht, ohne vorher die Adresse der Wohnung an die Daheimgebliebenen zu senden.
Nach ewigem Bangen “Lassen sie uns gehn oder nicht?” waren wir dann endlich am Flughafen und finally auf Fuerte!
Bereits die ersten Stunden auf spanischem Boden beinhalteten einige Kulturshocks.. das heißt: wir – Kultur, ganz Fuerte – geschockt! Ihr wollt wissen wieso? Ja, das fragten wir uns auch, hielten wir uns doch stets für recht angenehme Zeitgenossen!
Doch dann wurden wir sogar wegen unseres eroti… äähh.. EXOTISCHEN Essstils aufs Zimmer verbannt!
WER DICH ZUERST AUFGABELT, MUSS DICH NICHT GLEICH ABSAHNEN!
Am zweiten Abend, ist es dann passiert, wir wurden von Gleichgesinnten gefunden. Sprich, die bescheuertsten Typen, die man überhaupt auf dieser Insel finden kann.
Darf ich vorstellen:
Lollo Sacchi: seines Zeichens Koch (für uns gab es seine Spezialität: Barilla Fertigsugo)
Zappa: Möchtegern-Surfer mit dem schlechtesten Geschmack, den Mailand zu bieten hat
Fede: Anhängsel der beiden ersteren, um von ihren nicht vorhandenen Qualitäten abzulenken (zugegeben: geniale Taktik, denn neben Fede, sieht wirklich jeder gut aus)

An dieser Stelle möchte ich mit euch eine Weisheit teilen, die ihr bitte nie wieder in eurem Leben vergessen sollt: Komme, was wolle, KEINE Italiener!
Jedenfalls, wo war ich noch? Ach ja, der zweite Abend.
Durch neu erflirtete Kontakte zum Restaurant-Host waren wir bereits wieder zum Essen zugelassen. Kaum fertig und in der Lobby entschieden wir uns dagegen, aufs Zimmer zu gehen, um uns für das Nachtleben zu stylen und einstimmig dafür, in Jogginghosen und alten T-Shirts Party zu machen.
Großer Fehler! Da uns nämlich die “3 Italianskis”, wie wir sie liebevoll nannten, in diesem absolut grauenhaftem Zustand kennen gelernt haben, war es uns 2 Wochen lang nicht möglich einen schlimmeren Look zu kreieren, der sie verschrecken könnte!
An dem einzigen Abend, an dem sie sich von uns “losreißen” konnten, trafen sie auf eine Gruppe von 3 willigen Italienerinnen und schließlich konnten sie rechnen : 3 Italiener zu 3 Italienerinnen verteilt sich besser als 3 Italiener zu 2 Österreicherinnen!
Doch selbst dann fanden wir sie in einem der entlegensten Lokale wieder, wo sie innerhalb weniger Minuten – einer nach dem anderen – den Italienerinnen-Tisch verließen und uns um sofortige Erlösung anflehten.
ZEITLOSE KLEIDUNG ALTERT NICHT!
Nach einer unserer durchtanzten Nächte kam dann schließlich Maria zu uns! (Zur Erklärung: Chrissi, ultraschick in ein Bettlaken gewickelnd, auf und ab hüpfend und um mich herum flatternd = Maria!)
Sie hatte eine Mission für uns:
“Setzt den Turban auf… und werft euch in die Toga!”

Gesagt, getan! Doch damit sollte es noch nicht genug sein. Wir konnten das Geheimnis der Toga doch nicht für uns behalten! Maria hielt es für die beste Idee, das vollendete Modell auf der Italianski-Part[e]y vorzuführen! Passende Accessoires mussten gefunden werden. Schnell wurde klar, es gibt nur eine Lösung: Pseudo-Lorbeerkränze.
Et voilá:

(Foto made by: verwirrter Nachtportier. Zum Glück hat er nicht geschnallt, dass wir das ganze Bettzeug verschleppten!)
Also auf zur “grande Party”! Nach der ersten Aufregung der Italiener, verbreiteten wir gleich eine österreichische Gegebenheit, nämlich: Wenn in Österreich nicht dazu gesagt wird, dass die Party KEINE Toga-Party ist, ist es eben automatisch eine! Wieder was gelernt die Italianskis (Und ja(!), sie haben uns das wirklich geglaubt)!
Nach einer überflutenden Wasser-Fanta-Cola-Session, ausgehend vom Badezimmer, waren unsere Togas leider unbrauchbar und so haben wir sie abgelegt. (Was endlich das Geheimnis gelüftet hat: “Habt ihr eigentlich da drunter was an??”) War eigentlich auch nicht die beste Idee, weil jezt die letzten Hemmungen gefallen waren und wir sofort in den Pool katapultiert wurden. Schön und gut…Trockne-Session im Öffentlichen!
Trocken waren danach leider nur unsere Haare und um uns von der klatschnassen, nicht sonderlich viel bedeckenden “Unter-Toga-Kleidung” zu erlösen erklärten sich Zappa und Fede sofort bereit uns mit ihren besten milanesischen “Kleidungs-dingens” auszuhelfen. Schweinchenrosa Shorts und vor allem Chrissi bekam Fedes todschickes Apfel-Aufdruck-Leiberl!
Todschick deshalb, weil man besser tot ist, als mit diesem Shirt gesehen zu werden!
MÄNNER, LERNT AUS DEN FEHLERN DIESES INDIVIDUUMS EURER ART!
“Weg von den Italianskis”! Das war die Devise!
Der Versuch ins Nachbarkaff abzuhauen war nicht besonders klug. 1 1/2 Stunden Fußmarsch und dort war außer nichts, überhaupt nichts!
Strandwechsel – ebenfalls gescheitert. 15 min Busfahrt reichten nicht, denn beim Strandspaziergang sichteten wir schon wieder unsere 3 Spezialisten!
Neuer Fluchtplan: Jaaa, wir mieten uns ein Auto und fahren nach Corralejo!
Wir beschlossen, richtig durchzustarten und zwar auf Chrissi-Veni-Art:
Aufwachen. Motzen, wie früh es ist. Aufstehen. Weitermotzen, wie früh es ist.
Zum Autovermieter gehn, zum nächsten Autovermieter gehn, zum… gut, wäre das geklärt… Wir fahren mit dem BUS nach Corralejo!
Und was tut man nach 90 Minuten Busfahrt? Nein, anders: Was tun WIR nach 90 Minuten Busfahrt? BINGO! Essen!
Es war einfach herrlich! Und endlich ein Strand mit Männern der Marke “Anschmachtwürdiger-Kite-Surfer”! Noch ein kleiner Spaziergang und was man halt so macht, wenn man auf Urlaub ist.
Ein bisschen posen, plantschen und im Wasser herumsteigen und so.
Erst bei der Rückfahrt bemerkten wir, dass “sich-auf-fremden-Fotos-die-Noggerln-richten” ganz offensichtlich auch dazu gehört!!!

WIR MÖGENS, WENNS BLUBBELT
Wir beschlossen einstimmig, diesen grauenhaften Anblick in einem der hoteleigenen Rooftop-Jacuzzis zu verdrängen! Ja, ich weiß, Rooftop-Jacuzzis sind ein Hit! Leider wurde das Wasser bloß donnerstags gewechselt. So war es äußerst unpraktisch, dass wir gerade an einem Mittwoch unter Schock standen. Nur gut, dass wir bereits durch die Muttermilch mit reichlich Hausverstand versorgt wurden, denn was macht man, wenn etwas schmutzig ist? Richtig, waschen!
Chrissi hat glücklicher Weise eine Vorliebe für kleine Reiseduschgels und ein -mir bis dahin unbekanntes- Talent, diese in ihrem Bikini quasi unsichtlich zu verstauen. So stiegen wir mit Duschgels bewaffnet in das Becken. Es herrschte großer Andrang um den Pool. Nur ein Pärchen mittleren Alters fühlte sich auch nach 20 Minuten noch nicht aufgeweicht genug, um aus dem Wasser zu steigen. Egal! Der Blubber-Jacuzzi hatte Vorrang! Zuerst ein paar harmlose Blasen gefolgt von massig Schaum! Während Chrissi und ich zufrieden den Duft von Duschgel schnupperten, bekamen unsere Mitpoolbenützer regelrecht Angst vor dem vermeintlich giftigen Wasser. Als sie gerade die Flucht aus der 50cm hohen Schaum-Wolke ergreifen wollten, sahen sie eine der Duschgel-Verpackungen vor sich auftauchen und brachen in Gelächter aus. Klar, solche Jacuzzis muss man einfach lieben!
LOLLO SACCHI – DER NAME SPRICHT FÜR SICH!
Hab ich schon erwähnt, dass wir diese Italiener loswerden wollten? Ja? Richtig! Und darum ist mir auch folgende Story bis heute unerklärbar:
Es hat sich auf misteriöse Weise ergeben, dass Lollo meine Chrissi so lange genervt hat, bis sie mit ihm an den Strand gegangen ist. Und ich will nicht wissen, wie es zu so einer Tragödie kommen konnte (laut Chrissis eigenen Angaben musste Lollos Redefluss notgestoppt werden).. jedenfalls haben sie sich geküsst! (Ach, Chrissi!)
Die beiden also knutschend auf der einen Strandliege, die Handies auf der anderen. Plötzlich sah Lollo einen Schatten am Boden und eine nach den Telefonen greifende Hand, sprang wie von der Tarantel gestochen auf, schnappte sein Handy und sprintete los. Nicht nur, dass er Chrissi dort alleine gelassen hatte, nein! Der Typ besaß auch noch die Nerven ihr aus der Ferne in seinem Italiener-Englisch zuzuschreien “Rrrun, Chrissi, rrrun!” Wie männlich!
Kaum waren wir alle wieder vereint, erzählte Lollo die Story gleich seinen Freunden. Natürlich sparte er sich die Details der Flucht wahrheitsgemäß widerzugeben, dafür führte er Chrissis blutenden Ellenbogen auf einen Kampf mit dem Handydieb zurück. Ich brach fast zusammen vor Lachen, als sie mir erzählte wie es sich wirklich zugetragen hatte. Der blutende Ellenbogen kam davon, dass Lollo sie fast von der Strandliege gedrängt hatte!
Chrissi war das ganze natürlich eine Lehre, Lollo aber wollte mehr. Nach der Reunion im Italiner-Apartment, zerrte er sie auch schon in das Schlafzimmer, wo er sie aufs Bett warf, sich vor ihr aufbaute und oben ohne, mit dem Hintern-wackelnd meinte: “Attention, girl-ää, I’m so dangerous!” Was dann kam, könnt ihr euch denken. Ich hörte Chrissi bis auf die Veranda auf Deutsch daherfluchen, er solle sie zufrieden lassen. Es folgte ein bitten und betteln seinerseits und einige Fluchtversuche ihrerseits. Keine Sorge, es ist ihr gelungen zu Entkommen und dank vieler therapeutischer Sitzungen mit mir, kann sie heute auch darüber Lachen! Bleibender Schaden trotzdem irreparabel!
(Wäre es nicht Chrissi gewesen, die mir diese Lollo-Stories erzählt hat, ich hätte kein Wort davon geglaubt!)
TURBULEEEENZEEEEN!
Nun gut, die Highlights auf Fuerte kennt ihr jetzt ja. Aber ihr habt doch nicht ernsthaft geglaubt, dass die Heimreise normal verlief? Nein, vor allem nicht, wenn sich ein so passendes Opfer anbietet, wie unser netter Herr Sitznachbar im Flugzeug! Der Gute hatte offensichtlich schon mit den sich ereignenden Mini-Turbulenzen seine Probleme. Nach eingehender Beratung mit meiner Amtskollegin Frau Dr.Dr. Oberstudienrat Christina S. rieten wir zur Schocktherapie, die umgehend eingeleitet werden musste. Aber seht am besten selbst!
LA CONCLUSION
Trotz der (damals) nicht erfüllten Nähe zur Surfwelt lieben wir Fuerte! Es sei auch erwähnt, dass Chrissi und ich mittlerweile selbst am Board stehen. Die Italiener sind wir allerdings auch heute, nach 4 Jarhen, noch nicht los geworden!
Writer: Verena Kindermann
Land: 8020 – Österreich
Kategorie: Reisebericht













20. April 2010 um 18:14 Uhr
BESTE Story ever!
20. April 2010 um 23:43 Uhr
unglaublich de 2…bin i froh,dass i nur eine kenn lol
21. April 2010 um 10:44 Uhr
Die Story war “Frühstücks-Fernsehen” erster Güte für mich. Ein heiterer Start in den Tag – Lachen ist gesund!!!!!!!!! Bleibt so verrückt wie ihr seid, fade Leute gibs eh genug!
19. Mai 2010 um 16:01 Uhr
GEILE GESCHICHTE!!
Einfach genial und super!!!