Dana BeaniesInterview mit Carsten Kurmis

Glücks- und Schreckensmomente

von Matthi

bernhard-beyer wellenreiten

Writer: Bernhard Beyer

“Dich nehm ich!” Umgedreht, aufs Brett gelegt, nochmals ein kurzer Blick zurück über die Schulter und ich paddle los. “Yess, die nimmt mich mit.” Noch zwei, drei Armzüge und plötzlich steh ich auch schon. “So leicht ist das noch nie gegangen!” Wie in Zeitlupe hochgedrückt, die Füße aufs Brett gesetzt. Nicht ein Gedanke im Kopf, mich könnt’s runter schmeißen. Wie fest geschweißt steh ich am Brett. Und auf einmal gleite ich dahin. Und die Fahrt dauert länger, immer länger. Keine Ahnung warum es gerade jetzt funktioniert, aber der Surfritt dauert viel länger als je zuvor. Ich steh komplett sicher am Brett, hab sogar Zeit mich umzuschauen. Glückshormone schießen ins Blut. Ein Blick über die Schulter, ich sehe die Welle, die mich trägt – das Gefühl einfach sensationell. Sportwissenschafter würden es wohl als “Flow” bezeichnen. Mit geballter Faust und einem Freudenschrei spring ich am Ende der Fahrt ins Wasser. Meine erste richtige WELLE!

Der Weg dahin war lang. Die erste Surflektion in Byron Bay, gleich hinter dem Felsen da vorne, allerdings vor etlichen Wochen, noch allzu gut in Erinnerung. Dann vor eineinhalb Wochen mein erstes Surfbrett erstanden und seitdem üben, üben. Stundenlang nur im Weißwasser – dem Schaum der bereits gebrochenen Wellen. Dann der eine oder andere Versuch, eine Welle schon vor dem Brechen zu schnappen – bitterst gescheitert, umgekippt, abgeworfen, waschmaschinenmäßig an den Strand gespült. Zurück an den Anfang, ins Weißwasser. Dann, einmal ein Aha-Erlebnis und das Aufstehen halbwegs gecheckt. Wieder raus zu den größeren Wellen und dann schon mal hin und wieder eine erwischt – das Aufstehen aber nicht wirklich hingekriegt, weil das Tempo ein bissl höher ist als im Weißwasser. Aber jetzt – auf einmal klappt’s.

surfing

Noch voll aufgeputscht vom besten Surferlebnis meiner „Karriere“ paddle ich wieder raus zu den anderen Surfern, als auf einmal ein weiterer Wunschtraum von mir in Erfüllung geht – zwei Delfine, die zwischen uns auf- und abschwimmen. “Groß sind die Dinger!” Und wenn die Rückenflosse mit einem Zischen die Wasseroberfläche durchschneidet – ungewohntes Geräusch. Kaum sind die Delfine weg, als ein Surfer ruft: “Schau, noch ein Delfin!” Aber der ist ein bissl kleiner als die anderen, er kommt auch nicht ganz an die Oberfläche – eigentlich schaut der auch anders aus… “Nein, das ist ein kleiner Hai!”, hör ich den Typen plötzlich sagen.

rettungsschwimmer

“Verdammt, ein Hai!” Mein Puls schießt wieder in die Höhe, diesmal aber nicht vor lauter Glück, sondern eher vor Angst, nein – um meinen Cousin Lenz zu zitieren – vor Respekt. Angst muss man nur vor Starkstrom haben. Zu meiner Verwunderung reagiert keiner der anwesenden Surfer mit einer Art Fluchtsyndrom. Alle bleiben wo sie sind. “Gut, dann kann ich auch nicht anfangen, wie ein Verrückter gen Ufer zu rudern – wie würde das ausschauen?” Bleib ich halt auch im Wasser – allerdings jederzeit bereit, mich in Bruchteilen von einer Sekunde flach aufs Brett zu legen, damit der Hai meine im Wasser wackelnden Beine oder Hände nicht mit seinem Mittagessen verwechselt.

Alexander-Haala surfen

Aber erfreulicherweise kennen die Surfer hier ihre Tiere. Schon nach kurzer Zeit verdrückt sich der anscheinend weder hungrige noch angriffslustige Hai wieder. Und das Surferlebnis kann wieder voll genossen werden. Am Brett sitzend schaukle ich im Meer, blicke an den Horizont, beobachte die Dünung, wie sie sich das Meer aufbäumt und wieder flacher wird. Häufig paddle ich umsonst, weil ich die Welle nicht erwische oder weil es mich beim Versuch aufzustehen wieder mal zerlegt. Aber das ist alles vergessen, wenn es auf einmal wieder dahingeht, ich mich dahintragen lasse – lachend übers ganze Gesicht.

Writer: Bernhard Beyer
Land: 1130 – Österreich
Kategorie: Offene Kategorie

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33 Kommentare zu „Glücks- und Schreckensmomente“

  1. Guenter Muellner sagt:

    ***** 5, in Worten FÜNF, Sterne sind gerade gut genug!

  2. Carlos Moya sagt:

    Berni, absolut gelungener Artikel!!!
    Allein für den Mut, dass du dem Hai “in die Augen” geschaut hast, bekommst du natürlich 5 Sterne von mir.
    Alles Gute weiterhin!
    Dein Moya

  3. Hans Beyer sagt:

    ***** ganz klar!

  4. Julia Peroutka sagt:

    :) macht lust aufs surfen, da gehören mindestens 5 sterne hin!!

  5. Susanne Beyer sagt:

    Hi Bernhard,
    mehrmals gelesen und für “würdig” empfunden. Mut kann man nicht kaufen!
    Alles Liebe

  6. Robert Kager sagt:

    *****, fünf Sterne für “Der mit dem Hai tanzt”;
    Bali wäre für diesen Artikel angemessen;

  7. Julia Grafl sagt:

    ***** super artikel berni!

  8. Dagmar Simon sagt:

    ***** Sterne für den tollen Artikel… Sommer, Sonne, Strand,… kann kommen…

  9. Patrick sagt:

    Ni hao
    Geile Sache! eh kloa.
    Mir wird vor lauter Sternderl (sollten mehr als 5 sein) schon ganz schwindlig.
    P

  10. Friedl Uher sagt:

    Lieber Berni,
    ich wußte gar nicht, welche Abenteuer Du beim Surfen schon erlebt hast – ein wahrer Held.
    Die Geschichte macht Gusto auf´s Surfen.
    ***** fünf Sterne!
    Liebe Grüße, Friedl

  11. Doris Grafenauer sagt:

    Berni, ein gelungener Artikel und deshalb absolut gerechtfertigte 5 Sterne *****!

    Liebe Grüße!
    Doris

  12. doris weiss sagt:

    reminds on the time we catched up in aussiland :)
    great story – good luck!

  13. doris weiss sagt:

    5 stars for you *****

  14. Jeanie sagt:

    Great job Berni! :) 5 Sterne for sure!

  15. Steff sagt:

    Hey Surfer…
    Der Artikel is weltklasse…so real dass i grad selber glaubt hab i sitz am Brettl. :-)

    ***** 5 stars…cu on court

    lg geox…der schuh deratmet

  16. GM sagt:

    ***** very cool

  17. Udo Biertaler sagt:

    Spannend wie Don Braun!
    Hast mich motiviert,
    Udo

  18. gisi sagt:

    also unter 5 sternen sicher nicht, ich gebe 5 sterne

  19. Stefan S. sagt:

    Coole Sache ganz klar 5 Sterne

  20. Jo Hinterleitner sagt:

    Wenn ich groß bin, bin ich hoffentlich auch so cool – 5 Punkte

  21. Astrid Buchhas sagt:

    Hi Hai, Superstory – sterneverdächtig! Der Sommer kann kommen!

  22. georg g. sagt:

    von mir natürlich *****
    spannend und aufregend geschrieben ;)

  23. chri sagt:

    hey berni! lässige gschicht. mit delfinen zu surfen war für mich wie weihnachten und ostern zusammen – yeeaaa!

    Ride on, da chri

  24. steffi graf sagt:

    ***** fünf Sterne für den Star am Surfbrett

  25. Hans Hinterleitner sagt:

    Ich geb dir 5 von 5 Sterne, weil du ja nicht nur Tennisspielen kannst !!

  26. Philipp Wallisch sagt:

    ***** Deluxe

  27. Gertschi sagt:

    vielleicht klappts mit dem aufstehen besser, wenn die haitschis hungry sind
    lg
    G.

  28. Boris Kostresevic sagt:

    *****
    ob der kleine haifisch nur wegen der lichtbrechung unter der wasseroberfläche so klein ausgeschaut hat???

  29. Caro Kostresevic sagt:

    5* – was anderes hätt ich von dir auch nicht erwartet ;o)

  30. Christian sagt:

    Ich warte schon auf die Fortsetzung, wie der Kleine den großen Bruder holt!
    Es waren lieder nur fünf Sterne möglich.

  31. Markus Strohriegel sagt:

    Hai Berni!!

    Lässiga Artikel! Is auf alle Fälle 5 Sterne wert!
    Na viel Glück dann!
    mfg

  32. Kerschi sagt:

    ***** superior – 5 Sterne wären nicht genug für den Artikel;

  33. Haxi sagt:

    Sehr gelungen! 5 Sterne!!!!

Surfhund

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